42so muß es allerdings auffallen, wenn in einem solchen MomenteBurgsdorf von dem entschiedenen Gegner seines Landesherrn ein Ge-schenk von 5000 Thlrn. erhält.Unter den anderen Verpfändungen Wolfgang Wilhelms findenwir noch 1611 eine Verschreibung von 2000 Thlrn. an die StadtDüsseldorf, 1636 an das Kloster zu Rath 1300 Thlr., 1646 denKaufmann Momm in Düsseldorf als Pfandinhaber über 5400 Thlr.,1646 den Apotheker Weidenfeld mit 468 Thlr., 1651 die Jesuiten inDüsseldorf mit 5000 Thlrn., als Geschenk für den Bau einer Schule,und das Kloster Bödingen mit 1000 Thlrn., endlich 1652, also imletzten Lebensjahre des Fürsten, den Leibbarbier Scholler mit 600 Thlrn.Während der Regierung Philipp Wilhelms erhält Graf Hatzfeld einePfandverſchreibung über 20,000 Thlr. (1661), Bürgermeiſter undRath zu Elberfeld sind für 1000 Thlr. im Jahre 1670 eingetragen,und der Kaiserliche Vicekanzler Strathmann erhält (1677) eine Pfand-verschreibung über 4000 Thlrn, als Anerkennung seiner Bemühungenbei den Praeliminarien des Nimwegener Friedens. Die Jülich'schenKammer=Capitalien enthalten einen Posten von 75,000 BrabanterGulden, zu Gunsten der Fürstin Elisabeth zu Zollern, eingetragenauf die Aemter Millen und Born, außerdem haftet auf Born nochein Lothringisches Capital von 125,000 Thlrn.Auch hier sind dieJesuiten zu Düren und zu Münstereiffel und verschiedene andereKlöster als Inhaber größerer und geringerer Pfandschaften aufgeführt.Wenn wir annehmen, diese Kapitalien in der Höhe von728,100 Thlrn. wären etwa nur mit 5% zu verzinsen gewesen, sowürde dies schon jährlich eine Summe von mehr als 36,000 Thlrn.erfordert haben; allein es waren antichretische Pfandschaften, d. h. dieverschriebene Summe wurde nicht verzinst, sondern der Pfandgläu-biger hatte die volle Nutznießung des verschriebenen Pfandobjectsund alle Einkünfte und Früchte kamen ihm zu gut. Der angenom-mene Zinsfuß von 5% wurde demnach voraussichtlich in den meistenFällen weit überstiegen, wodurch der Ausfall für die fürstliche Hof-3) Burgsdorf, der Hauptgegner Schwarzenbergs, den er namentlich der Bestechlichkeit und des Landesverraths beschuldigt, scheint überhaupt für der-artige gelegentliche Aufmerksamkeiten nicht unempfindlich gewesen zu sein,denn aus einem andern Dokumente geht hervor, daß schon im Jahre1649 Philipp Wilhelm als Erbprinz dem Antonius von dem Broich für2000 Thlr., welche dieser für ihn an Burgsdorf gezahlt hatte, den Maas-Zoll zu Ravenstein verpfändet, in der ihm damals von seinem Vaterüberwiesenen Grafschaft Ravenstein.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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42
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