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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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37Johann Wilhelm dankt ihnen darin, namentlich den Bergischen, fürdie gemachten Einwilligungen, welche genau specifizirt sind, giebt denJülich'schen noch einen kleinen Denkzettel, und entläßt den Landtag.Zugleich wird den Ständen ein Reversal vorgelegt, worin ihnen dieVersicherung ertheilt wird, daß diese Bewilligungen ihren Privilegiennicht praejudiziren sollen, unter Hinweisung auf den Haupt= undDeclarations=Receß. Nachdem nun noch die Deputation ernannt warzur Veranlagung der Steuer, zur Feststellung des sogenannten Land-tags=Renners, welcher die speziellen Ausgaben für den Landtag ent-hielt, und zur weiteren Verhandlung mit den Räthen bis zum nächstenLandtag, kehrten die Herren in ihre Heimath zurück.Dieser Landtags=Renner giebt uns Auskunft über diejenigen Be-willigungen, welche lediglich zum eigenen und inneren Ressort derStände gehören. Wir sehen dort aufgenommen die Ausgaben fürsämmtliche Landtagsbeamte, vom Landtagsmarschall und Landtags-Commissar bis zum Thürhüter und der Scheuerfrau. Der Syndikus,der Pfennigsmeister, der Protokollist, die Landeshauptleute und Lieute-nants, als permanent bestehende Chargen der nur im Kriege aufzu-bietenden Landesmilitz, besonders auch der Landtrompeter, eine sehr inAnspruch genommene Persönlichkeit, der zu allen Sendungen alsCourier verwendet wurde und Sold nebst Ausrüstung von den Stän-den erhielt, stehen mit ihren Competenzen auf dem Landtagsrenner.Diesen reihen sich die Petitionen an, welche einestheils vermeintlich be-rechtigte Forderungen beanspruchen, anderntheils geradezu den Bettel-briefen gleichen. Wir sehen zunächst Eingaben von Wittwen undWaisen früherer Beamten, welche noch rückständige Gehaltsforderungenreclamiren; dann finden wir Rechnungen von Gastwirthen für älterenoch nicht bezahlte Landtagszehrungen u. s. w., die Petitionen einergroßen Zahl von Klöstern, z. B. für Berg, der Kreuzbrüder in Beyen-burg, der Kapuziner und Observanten zu Düsseldorf, der Minoritenin Lennep, der Patres in Ratingen, Lennep, Wipperfürth u. m. a.,werden mit Beisteuern von 10 bis 20 Thlrn. bedacht, nur die Kreuz-brüder erhalten einen Zuschuß von 100 Thlrn. Ja selbst nicht zumLande gehörende Städte bitten um eine Beisteuer, wie z. B. Lüdenscheidin der Grafschaft Mark, welches von einer Feuersbrunst schwer heim-gesucht worden war. Auch die fürstlichen Trabanten und Lakaien, derKammerfourier, Portier, Kücheninspector 2c. verfehlen nicht, sich vonden Herren ein Douceur zu erbitten für die Dienste, welche sie beiden Audienzen und Hoffesten geleistet. Selbst den Hochwürdigen P.Packenius, den geistlichen Führer und Begleiter Johann Wilhelms aufseiner großen Tour nach Frankreich, England und Italien, sehen wir