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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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33nun Eskenzwischen dem Gedränge und der Vielheit von Leuthendie Erklärung vortrug. Johann Wilhelm erwiderte:er wolle Land-stände bei ihren Privilegien handhaben unter Bezugnahme auf denHaupt=Receß von 1672 und den Deklarations=Receß von 1675, wandtesich dann kurz um, eilte in den großen Saal und tratunter denBaldaquin. Die Landstände folgten ihm nach, der Huldigungseidwurde langsam und deutlich verlesen und 31 Herrn aus der Jülich-schen, 16 Herrn aus der Bergischen Ritterschaft nebst den Vertreternder Jülich'schen und Bergischen Hauptstädte sprachen mit erhobenerSchwurfingern die vorgeschriebenen Bestätigungsworte nach.So war denn nun dieser wichtige Akt, freilich in etwas über-eilter Weise, zu Stande gebracht. Die Fürstlichen Räthe hatten vor-her schon gehuldigt. Da es von Interesse ist, die Namen dieser Herrnzu kennen, welche die Regierung gleichsam repraesentiren, so wollenwir dieselben hier anführen, wie sie in den verschiedenen Dicasteriendes Geheimen=Raths, des Hof=Raths und des Kammer=Raths fun-girten, und zwar alsadliche und alsgelehrte Räthe. Ausdem Geheimen=Rath huldigten die Herrn: Oberhofmeister Frhr. vonLeraedt, der Kanzler Frhr. von Goltstein, der Feldmarschall Grafvon Schellaert, der Hofmeister van Hochstaden, der Stallmeister Frhr.von Gymnich, der Landmarschall Frhr. von Spee, der LandhofmeisterFrhr. von Hochkirch, der Hofgerichts=Commissar Dr. Jansen und derLicentiat Voetz. Vom Hof=Rathe finden wir: die Herrn Ketzgen zurClee, von Wylach zu Groß=Bernsau, von Hugenpoet, ferner den Dr.Kerris, den Archivar von Redinghofen, den Licentiaten Roberts undden Dr. Bingen. Der Kammer=Rath endlich war vertreten durch denKammermeister von Giese, Herrn Quix, Herrn Voets, den Dr. Aachenund Herrn von Schonebeck.Nach geschehener Huldigung gedachten die Landstände ihre Ar-beiten wieder aufzunehmen, waren aber nicht wenig überrascht, als sieMontag den 16. October abermals zu Hofe beschieden wurden,woIhro Hochfürstl. Ochl von Landständen zu Ihrer Subsistenz einigeBeysteuer begehrte. Johann Wilhelm motivirt diese Forderung da-durch,daß er nach seiner Ankunft und angetretener Regierung denhiesigen Kammer=Status habe aufsetzen lassen, wobei sich befunden,daß die Ausgaben die Einnahmen und den Empfang der KammerIntraden weit übersteige, und zwar darum, weil ein guter Theil der-10) Nach heutigen Begriffen würde das Geheime=Raths=Dicasterium etwa demMinisterium des Aeußeren und des Inneren, der Hof=Rath dem Justiz-ministerium und der Kammer=Rath dem Finanzministerium entsprechen.