24Jülich'schen noch eine Forderung von 1000 Thlrn. zu erledigen, welcheder Prinz Wolfgang Georg vorgeschossen hatte, um die bereits frühererwähnte Mission des Herrn von Nesselrode nach Paris zu ermöglichen.Während Stände nun in eifrigster Berathung darüber waren,wie Geld aufzubringen sei, wurden sie am 30. August durch denPrinzen Wolfgang Georg benachrichtigt, daß der neue Landesherr nebstseiner Gemalin und dem ganzen Hofe zu Schiff bei Volmerswerthangekommen sei, Stände möchten sich sofort mit ihren Equipagen dort-hin begeben, um den Fürsten zu bewillkommnen. Unter Führung desPrinzen machten sie sich dann Nachmittags auf und eilten nach Vol-merswerth, wo das Schiff, welches das fürstliche Paar den Rheinhinuntergebracht hatte, bereits am Ufer lag. Johann Wilhelm ließseinen Bruder, den Prinzen Wolfgang Georg, zunächst allein auf'sSchiff kommen, welcher aber bald wieder hinaustrat, um eine Depu-tation der Stände einzuführen, „da der Raum nicht gestatte, sämmt-liche Herrn zu empfangen.“ Der Syndikus Dr. Esken begrüßte hierdas Hohe fürstliche Paar im Namen der Jülich= und Bergischen Ständein wohlgesetzter Rede, während die zurückgebliebenen Herrn „am Uferaufwarteten, obgleich man vermeint, Ihro Hochfürstl. Durchl. in corpore beneventiren zu dürfen.?) In ihren Erwartungen getäuscht,kehrten die Herrn etwas verstimmt nach Düsseldorf zurück, wohin dasfürstl. Paar bald nachfolgte und unter großem Jubel des Volkesseinen feierlichen Einzug hielt.Am 31 August, 1. und 2. September fielen die Landtagssitzungenaus, „weil die Herrn bei Hofe aufgewartet.“ Den 3. Septemberaber wurden sie „nach Hofe beschieden“, wo ihnen der Fürst selbstdie Landtags=Propositionen mittheilte, welche wesentlich in Folgendembestanden:Zunächst richtete Johann Wilhelm das Wort an die Jülich'schen.Er beklagt den durch den Krieg und die französische Occupation herbeigeführten traurigen Zustand des Herzogthums Jülich und versprichtalles Mögliche zu thun, um die französischen Truppen zu entfernen) Landtags=Protokolle (Jülich'sche und Bergische besonders) 1679. im Staats-Archiv zu Düsseld. Verfasser glaubt auf diese Landtagsverhandlungenetwas spezieller eingehen zu müssen, da sich aus diesem ersten persönli-chen Gegenübertreten Johann Wilhelms als Landesherr und seiner getrenenStände allein die richtige Ansicht gewinnen läßt, in welcher Weise vonbeiden Seiten die gegenseitigen Beziehungen zu einander sich von Hauseaus entwickelten, und wir hier bereits die Keime der später auftretendenscharfen Conflikte erkennen.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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