20Auf einer Zusammenkunft des Kurfürsten mit dem Pfalzgrafen zuDorsten (14. Februar 1665) wurde auch dieser Zwiespalt geschlichtet,und neben dem Haupt=Vergleich zu Cleve (9./19. September 1666),in welchem die Erbschafts= und Successions=Frage auf Grundlage desXantener Vertrages endlich sich erledigte, wurde ein Receß über dieconfessionellen Verhältnisse abgeschlossen (17./27. September 1666,worin man Alles auf bestem Fuß geordnet zu haben glaubte. Das Re-ligions=Edikt vom 26. April 1668 publizirte diese Recesse und enthieltnoch einige Erläuterungen. Philipp Wilhelm scheint aber heimlichimmer noch von seinen Bemühungen gegen die Protestanten, nament-lich in seiner Residenz Düsseldorf nicht abgelassen zu haben, denn 1669,als eine große Feuersbrunst einen Theil des Marktes, der Bolkerund Flinger=Straße zerstört hatte, befiehlt er aus Neuburg denRäthen, sie sollten die abgebrannten Katholiken mit allen Mitteln,Geld, Holz 2c. unterstützen, damit sie ihre Häuser wieder aufbauenkönnten, und nicht genöthigt würden, ihre Hausplätze gar an Unkatho-lische zu verkaufen. 23) Endlich unter dem 26. April 1672 wurde derReligions=Vergleich zu Düsseldorf geschlossen, in welchem alle Gemein-den 2c. festgestellt wurden, wo der protestantische Gottesdienst entwederschon bestand oder restituirt und neu eingeführt werden sollte.29) Insein 2c. Gleiche Angaben finden sich in: Gründlich verfaßte histor. Nach-richt von dem berühmten Jülich= und Bergischen Successionsstreit. 1739.S. 90 mit dem Zusatze: der Kurfürst habe es nicht zugelassen, daß Je-mand um der Religion willen verfolgt werde.Schreiben im Staatsarchiv, zu Düsseldorf.) Es würde zu weit führen, auf die einzelnen Bestimmungen dieses wich-tigen Vergleiches näher einzugehen; doch dürfte es von Interesse sein,hier die Ortschaften namhaft zu machen. Im Herzogthum Berg warenreformirte Kirchen in Elberfeld, Cronenberg, Hilden, Haan, Wald,Sonborn, Langenberg, Neviges, Mülheim a. d. Ruhr, Wulfrath, Wermels-kirchen, Dhün, Rade vorm Wald, Solingen, St. Antons=Capelle auf derTönnesheide, auf Hof Windrath, Schöller, Hückeswagen, Düsseldorf, Ra-tingen, Homberg, Velbert, Grefrath, Düssel, Mettmann, Urdenbach, Mül-heim a. R., Oberkassel; auf den adlichen Häusern Linnep, Spich, in derDelling zu Olpe, Bawyr zu Erkerath, Haus Dorp, Haus Rott und Els-feld. Restituirt wird die Kirche zu Grüten, das Simultan eum zu Hückes-wagen wird aufgehoben durch Verweisung der Katholiken in die Schloßkapelle, wofür ihnen die Reformirten 100 Thlr. zur Ausstattung zu zahlenhaben; auch die Vicarie St. B. Mart Virg. und St. Antonii zu Hückes-wagen wird nach Absterben des jetzigen katholischen Vicars den Reformir-ten gegen Zahlung von 500 Thlrn. überwiesen. Die Lutheraner habenKirchen in Lennep, Remscheid, Dabringhausen, Remlingrade, Burscheid,
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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