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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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19in Jülich den öffentlichen Gottesdienst und sogar das Abhalten vonLeichenreden auf dem Kirchhofe vor der Stadt. Den protestantischenSchulen in den Städten und auf dem Lande wurden alle erdenklichenHindernisse in den Weg gelegt, die Lehrer theilweise vertrieben und dieReparaturen der Kirchen untersagt. Auch selbst Eingriffe in die bürgerlichenRechte der Protestanten blieben nicht aus, indem ihnen der Ankaufvon Erbgütern auf dem Lande untersagt, ihnen das Bürgerrecht ver-weigert, der Zutritt zu den Zünften verboten wurde. In Düsseldorfwurden alle Protestanten ausgewiesen, welche sich seit 1651 dort nie-dergelassen hatten, und die Räthe erhielten gemessene Weisung, dieAnsiedlung von Protestanten in der Residenz auf jede Weise zu über-wachen und zu verhindern. 1662 den 19. August schrieb Phillip Wil-helm aus Neuburg an die Geheimenräthe... so müssen wir aberhac materia religionis ganz mißfälligst vernehmen, daß unangesehenwir eintzig und allein dahin zielen, wie die Unkatholischen à bon façonaus Unsere Residentzstatt zu pringen, der Mehreinpflanzung da-selbst von Unserm Scholtheiß nachgesehen werden will, indem einfremder, vor diesem eingeschlichener Apotheker auf der Bolkerstraß dieBehausung im Huth mit 800 Thlrn. idque in fraudem ordinationisallein, weil ihnen eigenthümliche Häuser zu haben nit vergünstigtbelegt haben solle 2c. die Räthe werden dann angewiesen, diesem Vor-haben in tempore vorzubauen.Auf brandenburgischer Seite riefen diese Bedrückungen der Pro-testanten in Jülich und Berg Gegenmaßregeln gegen die Katholikenin Cleve, Mark und Ravensberg hervor, worüber nun der Neuburgerschwere Klagen erhob. In dem sogenanntenbrandenburgischen Sün-denregister, welches 1663 im Druck erschien?), waren nicht wenigerals 303 Fälle aufgeführt, in denen den Katholiken Gewalt angethanworden sei. Allerdings hatte der Kurfürst am 2. März 1663 denKapuzinern in Cleve den Befehl zugehen lassen, ihr Kloster zu räumen,aber mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß dies eine Repressalie gegendie von dem Pfalzgrafen fortgesetzte Bedrückung der Protestanten sei. 2725) Schreiben im Staatsarchiv zu Düsseldorf.Der Titel lautet: Kurzer und wahrhafter Bericht der Differentien, welchesich zwischen des Hrn. Kurfürsten zu Brandenburg und des Pfalzgrafenzu Neuburg 2c. über das Religionswesen enthalten. Düsseldorf 1663.Exemplare in dem Archiv und in der Landesbibliothek zu Düsseldorf.Histor. Schauplatz aller Rechtsansprüche auf Jülich, Cleve, Berg 2c. 1739.S. 182 sagt: Der Kurfürst von Brandenburg dagegen traktirte durch-gehends einen wie den andern, er mochte römisch=katholisch oder protestantisch