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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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183 Wochen, wenn sie nicht öffentlich zur katholischen Religion sich be-23)kennen u s. w.Der 1618 ausgebrochene dreißigjährige Krieg, zu welchem derJülich=Clevische Erbfolgestreit ein Vorspiel genannt werden kann, trugselbstredend zur Erhaltung des confessionellen Friedens keineswegs bei.Kaiserliche und Spanier, als Werkzeuge der nun immer schärfer auf-tretenden, vom Kaiser Ferdinand II., dem Schwager Wolfgangs Wil-helms durch seine Gemalin, klar ausgesprochenen Reaction des Ka-tholicismus, unterdrückten den Protestantismus da, wo sie die Machtdazu hatten, während die Holländer und Brandenburger sich derEvangelischen annahmen. Mit Unterstützung der Schaaren Tilly's,den der Kaiser mit Ausführung des Sequesters über die Jülich=Cle-vischen Lande beauftragt hatte, ging Wolfgang Wilhelm gegen dieAkatholiken schärfer vor. Im Jülich'schen und Bergischen wurdenwelche den protestantischen Predigernüberall Mandate angeschlagen,befahlen, ihre Güter zu Gelde zu machen und binnen zweimonatlicherFrist das Land zu räumen. Mehr als 80 Kirchen wurden gesperrtund allen Beamten der Befehl ertheilt, bei Verlust ihrer Aemter ka-tholisch zu werden. 24) Brandenburgischer Seits erfolgten Repressaliengegen die Katholiken, und die gegenseitigen Beschuldigungen hörten nichtauf. Als auch der Westfälische Friede (1648) die confessionellen Ange-legenheiten anscheinend geordnet hatte, entstanden neue Differenzenwegen des Normaljahrs, und es war nahe daran, daß es zwischenBrandenburg und Neuburg zu offenbaren Feindseligkeiten kam. DerVergleich zu Cleve (11. Oktober 1651), welcher hauptsächlich der Ver-mittelung des kaiserlichen Feldmarschalls Grafen von Hatzfeld, imAuftrage des Kaisers, und des Kurtrierschen Kanzlers, Anethanus seinZustandekommen verdankte, stellte die Ruhe wieder herAm 20. März 1653 starb Wolfgang Wilhelm und sein SohnPhilipp Wilhelm folgte ihm in der Regierung. Dieser Fürst, der vonseinen Zeitgenossen als einer der klügsten Männer seiner Zeit gepriesenwird, war in den Principien eines streng orthodoxen Katholizismusdurch die Jesuiten erzogen und hielt sich durch den Clever Vergleichnicht gebunden. 1657 verbot er den beiden protestantischen Gemeinden23) Acten im Staatsarchiv zu Düsseldorf. Sammlung von Urkunden 2c.Archiv zu Düsseldorf. Auszüge. Scotti 197. 198. 208.1) Bericht des Grafen Ad. v. Schwarzenberg, vom 18. März 1629, derselbst katholisch vom Kurfürsten Georg Wilhelm v. Brandenburg zumStatthalter der Clevischen Lande ernannt war. Cosmar Beiträge zurBeurtheilung des Grafen Adam v. Schwarzenberg 135.