weichungen von der „wahren und approbirten Ausburgischen Confession, zu der er sich bekenne“ abzustellen, sich mit der Prinzessin Mag-dalena von Bayern, der Schwester des Kurfürsten Maximilian vonBayern und des Kurfürsten von Köln, vermählte und im März 1614in der Stiftskirche zu Düsseldorf öffentlich zum Katholicismus über-trat, 2) war der Bruch unheilbar geworden. Wolfgang Wilhelm,dessen Vater 1614 in Neuburg gestorben war, angeblich aus Kummerüber den Abfall seines Sohnes vom Protestantismus, erfreute sichnun der Unterstützung des Kaisers und der Spanier und begann gegendie Protestanten feindlich aufzutreten.Obgleich das Condominat vertragsmäßig fortbestand, wurde esdoch in dem am 12. November 1614 zu Kanten abgeschlossen Provi-sional=Vergleich faktisch aufgehoben. Brandenburg erhielt darin Cleve,Mark, Ravensberg und Ravenstein, Neuburg die Herzogthümer Jülichund Berg, und während Kronprinz Georg Wilhelm als Statthalterseines Vaters seine Residenz nach Cleve verlegte, etablirte WolfgangWilhelm, jetzt wirklicher Pfalzgraf und Herzog von Neuburg, seinenHofhalt im Schlosse zu Düsseldorf, wo er nun seine Thätigkeit zurUnterdrückung des Protestantismus zunächst damit begann, daß er1617 die Kapuziner und 1618 die Jesuiten nach Düsseldorf berief??),denen bald die Coelestinerinnen, Carmelittessen, Celliten=Nonnen undendlich 1651 die Franziskaner folgten. Auch im Lande entstanden bald,von dem Landesherrn begünstigt, viele Klöster. Schon 1615 findenwir Verordnungen über Absetzung von Beamten, wahrscheinlich ausconfessionellen Gründen, ferner ein Verbot, die von brandenburgischerSeite eingeforderten Steuern von der Geistlichkeit nicht beizutreiben,endlich 1622 Befehl zur Landesverweisung der Wiedertäufer binnenAls ein nicht uninteressantes historisches Faktum muß angeführt werden,daß der außerordentlich wissenschaftlich gebildete und gelehrte Jesuit P.Reihing, der den Pfalzgrafen bekehrt, hatte und darauf zu seinem Hofpredi-ger ernannt worden war, am 22. Januar 1621 in Tübingen sich zur Re-formation bekannte, und als Professor an der dortigen Universität 1648starb. Wolfgang Wilhelm soll schon 1613 in München heimlich sich zumKatholicismus bekannt haben.Nicht nur der Magistrat von Düsseldorf und das Presbyterium der wiedererstandenen protestantischen Gemeinde, sondern auch die Kreuzbrüder,das einzige Kloster, welches bis dahin in Düsseldorf neben demCollegiat=Stift bestand, hatten gegen die Berufung der Jesuitenprotestirt, von denen 1618 nur 2, 1620 aber schon 13 Patres ein-getroffen waren.
kin