16aus dem alten elevischen Stamme, fiel das Regiment mehr und mehrin die Hände der Räthe und der Landstände. Die confessioniellenConflikte häuften sich, da die Katholiken bei dem Kaiser und bei denSpaniern, die Protestanten bei den Holländern Unterstützung fanden.Der 1609 erfolgte Tod Johann Wilhelms rief bekanntlich den Jü-lich'schen Erbfolgestreit hervor, dessen eigentliche Veranlassung haupt-sächlich auf confessioneller Grundlage beruhte. Die nächsten Praeten-denten, Brandenburg und Pfalz=Neuburg bekannten sich zur neuenLehre, und setzten in ihrem ersten Vertrage zu Dortmund (31. März1609) die Punkte fest, über welche sie einig geworden waren Indem Reverse, welchen sie den Landständen ausstellten, war ausdrücklichhervorgehoben: „daß die katholische Religion, wie auch andere christ-liche Religion, wie sowohl im Römischen Reich als diesen Fürsten-thümern an jedem Ort in öffentlichem Gebrauch und Uebung, zu con-tinuiren, zu manuteniren und zuzulassen, und darüber Niemanden inseinem Gewissen nach Exercitio zu turbiren, zu molestiren, noch zubetrüben.“ In Folge dessen schien die Parität vollkommen gewähr-leistet, und die vorhandenen protestantischen Gemeinden, deren nament-lich im Herzogthum Berg schon sehr viele bestanden, erfreuten sich derHoffnung ungestörten Fortschrittes. 20) Doch nur zu bald sollten dieseHoffnungen getäuscht werden.Beide Fürsten, der Kurfürst von Brandenburg Johann Siegis-mund und der Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg, hatten Stell-vertreter nach Düsseldorf geschickt, welche die Lande in Besitz nehmenund in ihrem Namen verwalten sollten. Brandenburgischer Seits wares der Markgraf Ernst, Neuburgischer Seits der Pfalzgraf Wolf-gang Wilhelm, Erbprinz von Neuburg. Diese trafen auch alle An-ordnungen zu einem Condominat und Anfangs herrschte ziemlichesEinverständniß. Als aber 1613 Markgraf Ernst gestorben war undder Kurprinz Georg Wilhelm von Brandenburg an seine Stelle trat,hatten die freundlichen Beziehungen schon eine bedenkliche Wendunggenommen, welche bei der Anwesenheit des Kurfürsten Johann Sie-gismund in Düsseldorf zum vollständigen Bruch führte, da WolfgangWilhelm, als er des Brandenburgers Tochter und mit ihr die ganzeErbschaft beanspruchte, von dem reizbaren und jähzornigen Kurfürstendie historisch=gewordene Ohrfeige erhalten haben soll. Als nun 1613Wolfgang Wilhelm, der noch unter dem 16. September 1612 eineevangelische Synode nach Dinslacken ausgeschrieben hatte, um die Ab-Nach einer Angabe sollen damals in den Herzogthümern mehr als60,000 Protestanten gewesen sein.
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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16
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