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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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15Zur vollständigen Orientirung bleibt es nun noch übrig auch dieconfessionellen Verhältnisse in den Herzogthümern in kurzen Betrachtzu ziehen, da auch diese häufige Veranlassung zu Conflikten gaben undfür die Beurtheilung Johann Wilhelms und seiner Regierung einennicht minder beachtenswerthen Gesichtspunkt bieten. Um denselbenjedoch genügend würdigen zu können, muß auf die früheren Zuständein confessioneller Beziehung zurückgegriffen werden.Schon unter der Regierung Herzogs Johann III. (15211539),als die Jülich=Clevischen Länder noch ungetrennt waren, hatte dieReformation hier Wurzel geschlagen, wozu die Predigten des Kur-fürstl. Sächsischen Hofpredigers Mikonins den ersten Keim gelegthatten. Er war 1527 im Gefolge des Kurprinzen Johann Friederich von Sachsen, Bräutigam von Johanns ältester Tochter Sibilla,nach Düsseldorf gekommen. Unter dem Herzog Wilhelm IV.(15391592) fand die Reformation weitere Verbreitung, gefördertdurch den Erzieher und Geheimenrath des Herzogs, Heresbach unddurch die berühmte Schule Monheims.!) Aber nach der NiederlageWilhelms in dem Kriege um Geldern gegen Kaiser Karl V., hatte erin dem Vertrage von Venlo (1543) geloben müssen:die katholischeReligion in seinen Landen aufrecht zu erhalten, allen Neuerungen zuentsagen und dieselben abzustellen 2c. Somit waren der offiziellenVerbreitung der Reformation in diesen Lauden zwar Riegel vorge-schoben, was jedoch nicht verhinderte, daß sich die vorhandenen prote-testantischen Gemeinden erhielten und neue sich bildeten.In der letzten Zeit der Regierung des Herzogs Wilhelm, woderselbe in Folge eines Schlaganfalles geistesschwach geworden, undmehr noch unter der Regierung seines ebenfalls zeitweise schwachsin-nigen Sohnes Johann Wilhelm (15921609), des letzten HerzogsBerg zu stellen im simplum: Zum Kreis=Contingent 31 Mann zu Roß,138 Mann zu Fuß; zum Reichs=Contingent 105 M. zu Roß, 358 M.zu Fuß. Auf dem Kreistage zu Duisburg wurde jedoch dieses Contingentin einzelnen Punkten modificirt, als in Folge Beschlusses des Reichstageszu Regensburg ein Kaiserliches Mandat erlassen wurde zur Aufstellungeiner Armee von 40000 Mann, mit eventueller Verstärkung von 20000Mann, worauf wir später zurückkommen.Die Angabe, daß der Herzog sich selbst zur neuen Lehre bekannt habe istnicht erwiesen. Seine drei ältesten Töchter bekannten sich aber offen zurReformation und vermählten sich mit protestantischen FürstensAuch in Düsseldorf bestand schon früh eine protestantische Gemeindewelche jedoch 1570 unterdrückt wurde. Lenzen, Collect. z. Gesch. Düssel-dorfs, im Staatsarchiv.