französische Armee, welche noch an den Grenzen des HerzogthumsBerg, in der Grafschaft Mark und Westfalen stand, um gegen denKurfürsten von Brandenburg zu operiren, war trotz des auch mitdiesem Fürsten geschlossenen Friedens von St. Germain (29. Mai 1679)noch nicht abgezogen. Im Juni war der Marschall von Crequi inNeuß und gieng durch das ergische eilig zur Armee, so daß man aneine Wiederaufnahme der Feindseligkeiten glaubte. Endlich verlautete,daß die Franzosen sich zum Abzug vorbereiteten, was aber wiederneue Besorgniß hervorrief, da man einen Marsch durch das Bergischebefürchtete. Die Stände beschlossen den Herrn von Metternich zu ent-senden um nähere Nachrichten einzuziehen und den Marsch durch das Landmöglichst zu verhindern. Die Regierung hatte den Obersten von Fran-kenberg zu gleichem Zwecke entsandt. Erst als Metternich die freudigeNachricht schickte, daß der Abzug nördlich auf Wesel ausgeführt, unddas Bergische nicht berührt werden würde, trat Beruhigung ein.?)Erfreut kehrten die Herren nach Hause zurück. Aber schon am 18.August erhielten sowohl die Bergischen als die Jülich'schen Landständeeine neue Einberufung zum allgemeinen Landtage, mit der besonderenWeisung, sich recht zahlreich einzufinden, sich mit Dienern, Pferden,„habit“ und sonstiger Ausrüstung wohl zu versehen, um den Erbprinzenund jetzigen Landesherrn „bei seiner demnächstigen Hinunterkombst“würdig begrüßen zu können.So lagen die Sachen, als Johann Wilhelm die Regierung antrat. Bevor wir jedoch auf die Geschichte dieser Regierung näher ein-gehen, müssen wir noch einen Blick auf die inneren Zustände der Her-zogthümer werfen, wobei den administrativen, landständischen, finan-ziellen, militairischen und nicht minder den confessionellen BeziehungenRechnung zu tragen ist. Nur so kann der Boden gewonnen werden,auf dem wir den richtigen Standpunkt zur Beurtheilung Johann Wil-helms und seiner Regierung gewinnen.Beide Herzogthümer waren in administrativer Hinsicht inAemter eingetheilt. An der Spitze des Amtes stand der Amtmann,) Daß die Besorgniß nicht unbegründet war, ist aus einem Bericht Metternichs, d. d. Essen, 30. Juli 1679, zu entnehmen. Die Franzosen hättendem Stift Essen eine Contribution von 20,000 Thlrn. auferlegt, welche inzwei Terminen gezahlt werden müsse, von denen nur mit vieler Mühedie Hälfte abgehandelt und theilweise schon gezahlt sei.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten