dem Kriege ein Ende gemacht, aber die Franzosen zogen noch nichtab aus Jülich, und behielten Sittard, Süstern, Wassenberg, Alden-hofen, Düren, Heinsberg, Linnich und Nideggen noch besetzt, angeblichum die gänzliche Abtragung der dem Lande auferlegten Contributionenzu sichern, von welcher noch 1,646,319 livr. 6 sous 3 denars imRückstande waren.5)Schon 1678 waren 20% des Einkommens von den geistlich undadlich freien und den Lehngütern ausgeschrieben worden, allein derenBeitreibung stieß überall auf die größten Schwierigkeiten. BanquierSchardinell in Amsterdam hatte bereits ein Capital von 40,000 Thlrn.gegen hohe Zinsen hergegeben, für welches die Stände gut sagenmußten. Banquier Heldewir, in Mastricht und Paris, war mit derLiquidation der Restforderungen beauftragt, und hatte schon bedeutendeSummen vorgeschossen, gewiß nicht ohne hohe Zinsen. Die Herrenvon Ketzgen zur Clee und der Freiherr von Hompesch zu Rurich gabensich vergebliche Mühe, bei dem Intendanten in Aachen einen Nachlaßoder doch einen Aufschub zu erlangen. Der Herzog von SachsenLauenburg sollte um einen Vorschuß angegangen werden und scheintsich bereit dazu erklärt zu haben, doch wurde dieses Auskunftsmittelvon den Landständen nicht gebilligt, „da derselbe noch einige practen-tion auf diese Lande zu haben glaube.“) Der Herzog von Arenberg,den man um ein Darlehn ansprach, zeigte sich dazu nicht geneigt.Auch bei holländischen Kaufleuten hatte man vergeblich angeklopft Dabeschlossen die Landstände endlich den Freiherrn von Nesselrode, deram französischen Hofe von früher her sehr befreundet war, nach Pariszu senden, und warfen dazu 2000 Thlr aus, von denen jedoch nur500 Thlr baar aufgebracht werden konnten. Herr von Nesselroderichtete aber dort auch nichts aus, da der Minister Louvois auf Zah-lung bestand und mit scharfer Execution drohte.?) Die Abwicklun-dieser Angelegenheit zog sich noch lange hinaus und wir werden sehen,wie nach dem Regierungsantritt Johann Wilhelms dieser Gegenstandnoch immer auf der Tagesordnung der ständischen Verhandlungenstand.Specification v. Michel du Monceau, Intendant de justice, police etdes finances de l'armée du Roi. (3 livr. = 1 Thlr. elev. also rund 348,773Thlr., welche in drei Terminen gezahlt werden sollten.) Die Herzoge von Sachsen beanspruchten ja in dem Jülich=Clev. Erbfolge-streit auch ein Recht auf die reiche Erbschaft.In einem Bericht heißt es: Der Kammerdiener des Louvois habe aus-gesagt, „sein Herr habe eine particulière haine gegen das Land vonJülich.
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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