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baren — aber anschaulichen — Urbilder, deren Hüterinnen dieGriechen unter dem Namen der Musen kannten, nicht erreichen,sie vermögen nur in mehr oder weniger hohem Grad ihnen zugleichen. Dieses „Gleichen", welches die Beziehung der Werkezu den Urbildern bestimmt, ist vor einem verderblichen materi-alistischen Mißverständnis zu bewahren. Es kann prinzipiellnicht zur Gleichheit führen, und nicht durch Nachahmung kannes erreicht werden. Denn die Urbilder sind unsichtbar und das,.Gleichen" bezeichnet eben die Beziehung des höchsten Wahr-nehmbaren zum prinzipiell allein Anschaubaren. Dabei istGegenstand der Anschauung die Notwendigkeit des im GefühLsich als rein ankündigenden Inhalts vollständig wahrnehmbarzu werden. Das Vernehmen dieser Notwendigkeit ist das An-schauen. Das Ideal der Kunst als Gegenstand der Anschauungist also notwendige Wahrnehmbarkeit — welche niemals imKunstwerk selbst, als welches Gegenstand der Wahrnehmungbleibt, rein erscheint. — Für Goethe waren die Werke derGriechen unter allen diejenigen, welche den Urbildern amnächsten kamen, sie wurden ihm gleichsam zu relativen Ur-bildern, zu Vorbildern. Als Werke der Alten weisen diese Vor-bilder eine doppelte Analogie zu den Urbildern selbst auf; siesind wie diese im. doppelten Sinn des Wortes vollendet; siesind vollkommen und sie sind vollbracht. Denn nur dasvöllig abgeschlossene Gebilde kann Urbild sein. Nicht imewigen Werden, in der schöpferischen Bewegung im Formen-medium liegt nach Goethes Auffassung der Urquell der Kunst.Die Kunst selbst schafft nicht ihre Urbilder — diese beruhenvor allem geschaffenen Werk in derjenigen Sphäre der Kunst,wo diese nicht Schöpfung, sondern Natur ist. Die Idee derNatur zu erfassen und sie damit tauglich zum Urbild der Kunst(zum reinen Inhalt) zu machen, das war im letzten GrundGoethes Bemühen in der Ermittlung der Urphänomene. In einemtieferen Sinn kann also der Satz, das Kunstwerk bilde die Natur; ab, richtig sein, wenn nur eben als Inhalt des KunstwerksNatur selbst, nicht aber Naturwahrheit verstanden wird. Hierausfolgt, daß das Korrelat des Inhalts, das Dargestellte (alsodie Natur) nicht mit dem Inhalt verglichen werden kann.Es kann nur im Werk gesehen, außerhalb desselben alleinangeschaut werden. Ein naturwahrer Inhalt des Kunstwerkswürde voraussetzen; daß die Natur der Maßstab sei, an demer gemessen würde; dieser Inhalt selbst soll aber sichtbareNatur sein. Goethe denkt im Sinn der erhabenen Paradoxiejener alten Anekdote, nach der die Sperlinge auf die Trauben