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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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Ueber ihr aber reißt die Ironie einen Himmel ewiger Form, dieIdee der Formen, auf, die man die absolute Form nennen mag,und sie erweist das Ueberleben des Werkes, das aus dieserSphäre sein unzerstörbares Bestehen schöpft, nachdem die empi-rische Form, der Ausdruck seiner isolierten Reflexion, von ihrverzehrt wurde. Die Ironisierung der Darstellungsform istgleichsam der Sturm, der den Vorhang vor der transzenden-talen Ordnung der Kunst aufhebt und diese und in ihr dasunmittelbare Bestehen des Werkes als eines Mysteriums ent-hüllt. Das Werk ist nicht, wie es Herder betrachtete, wesentlicheine Offenbarung und ein Mysterium schöpferischer Genialität,die man wohl ein Mysterium der Substanz nennen dürfte, esist ein Mysterium der Ordnung; Offenbarung seiner absolutenAbhängigkeit von der Idee der Kunst, seines ewigen unzerstör-baren Aufgehobenseins in derselben. In diesem Sinne kenntSchlegel „Grenzen des sichtbaren Werkes" 216 ), jenseits derender Bereich des unsichtbaren Werkes, der Idee der Kunst sichöffnet. Der Glaube an die Unzerstörbaikeit des Werkes, wie erin Tiecks ironischen Dramen, in Jean Pauls zerfetzten Romanensich ausspricht, war eine mystische Grundüberzeugung der Früh-romantik. Nur aus ihr wird es verständlich, warum die Ro-mantiker sich nicht mit der Forderung der Ironie als einerGesinnung des Künstlers begnügten, sondern sie im Werke dar-gestellt zu sehen verlangten. Sie hat eine andere Funktion alsGesinnungen, die, so wünschenswert sie sein mögen, eben weilsie nur in Hinsicht auf den Künstler zu fordern sind, im Werknicht selbständig hervortreten dürfen. Die formale Ironie istnicht, wie Fleiß oder Aufrichtigkeit, ein intentionales Verhaltendes Autors. Sie kann nicht, wie es üblich ist, als Index einersubjektiven Schrankenlosigkeit verstanden, sondern muß alsobjektives Moment im Werke selbst gewürdigt werden. Siestellt den' paradoxen Versuch dar, am Gebilde noch durch Ab-bruch zu bauen: im Werke selbst seine Beziehung auf die Ideezu demonstrieren.

III. Die Idee der Kunst.

Die romantische Kunsttheorie gipfeLt im Begriff der Ideeder Kunst, in dessen Analysis. die Bestätigung aller übrigenLehren und der Aufschluß über deren letzte Intentionen zusuchen ist. Weit entfernt, lediglich ein schematischer Beziehungs-

-'1«) Jugendschriften II, 177.