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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
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Kritiken verfaßt. Aber man wird in vielen unter ihnen einegewisse ironische Zurückhaltung, nicht nur dem Werk, sondernauch dem eignen Geschäft gegenüber finden und jedenfalls wardie Absicht dieser Kritiken nur exotherisch und pädagogisch.

Die Kategorie, unter der die Romantiker die Kunst er-fassen, ist die Idee. Die Idee ist der Ausdruck der, Unendlich-keit der Kunst und ihrer Einheit. Denn die romantische Einheitist, eine Unendlichkeit. Alles, was die Romantiker über dasWesen der Kunst aussagen, ist Bestimmung ihrer Idee, so auchdie; Form, welche in ihrer Dialektik von Selbstbegrenzung undSelbsterhöhung die der Einheit und Unendlichkeit in der Ideezum Ausdruck bringt. Unter „Idee" wird in* diesem Zusammen-hang das a priori einer Methode verstanden, ihr entsprichtdann das Ideal als das a prori des zugeordneten Gehalts. EinIdeal der Kunst kennen, die Romantiker nicht. Sie gewinnenlediglich einen Sehein davon durch jene Ueberdeckungen despoetischen Absolutums, wie Sittlichkeit und Religion. Alle Be-stimmungen, die Friedrich Schlegel über den Gehalt der Kunst,besonders im „Gespräch über die Poesie" gegeben hat, ent- jbehren im Gegensatz zu seiner Auffassung der Form jedergenaueren Beziehung auf das Eigentümliche der Kunst, ge-schweige daß. er ein a priori dieses Gehalts gefunden hätte.Von.-.einem solchen a priori nimmt die Kunstphilosophie Goethesihren Ausgang. Ihr bewegendes Motiv ist die Frage nach demIdeal der Kunst. Auch das Ideal ist eine höchste begriffliche IEinheit, die des Gehalts. Seine Funktion ist also eine völlig jandere als die der Idee. Es ist nicht ein Medium, welches den IZusammenhang der Formen in sich birgt und aus sich bildet, Isondern eine Einheit anderer Art. Erfaßbar ist es allein in einer Ibegrenzten Vielheit reiner Inhalte, in die es sich zerlegt. In ('einem begrenzten, harmonischen Diskontinuum reiner Inhalte Ialso manifestiert sich das Ideal. In dieser Auffassung berührt sich \Goethe mit den Griechen. Die Idee der Musen unter der Hoheit IApollons ist von der Kunstphilosophie aus gedeutet die dvr |reinen Inhalte aller Kunst. Die Griechen zählten solcher Inhalte [neun, und gewiß war weder deren Art noch Zahl willkürlich Ibestimmt. Der Inbegriff der reinen Inhalte, das Ideal der Kunst, Iläßt sich also als das'M us i sc he bezeichnen. Wie die innere Struk- Itur. des Ideals eine unstetige im Gegensatz zur Idee ist, so ist Iauch der Zusammenhang dieses Ideals mit der Kunst nicht inieinem Medium gegeben, sondern durch eine Brechung bezeichnet; IDie reinen Inhalte; als solche sind in keinem Werk zu finden.. |Goethe nennt sie die Urbilder. Die Werke können jene unsicht-