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des großen griechischen Meisters flogen. Die Griechen warenkeine Naturalisten und die übermäßige Natur Wahrheit, von derdie Erzählung berichtet, scheint nur eine großartige Umschrei-bung für die wahre Natur als Inhalt der Werke selbst.
Mit dieser Anschauungsweise ist es aber gesetzt, daß jedeseinzelne Werk gewissermaßen zufällig besteht gegenüber demIdeal der Kunst, mag man ihren reinen Inhalt nun das Musischeoder die Natur nennen, weil man wie Goethe in ihr einenneuen musischen Kanon sucht. Denn jenes Ideal ist nichtgeschaffen, sondern nach seiner erkenntnistheoretischen Be-stimmung Idee im platonischen Sinne, in seiner Sphäre istEinheit und Anfangslosigkeit, das Eleatisch Ruhende in derKunst beschlossen. Wohl haben die einzelnen Werke an denUrbildern Anteil, aber einen Uebergang aus ihrem Reich zuden Werken gibt es nicht, wie ein solcher im Medium derKunst, von der absoluten Form zu den einzelnen wohl besteht.Im Verhältnis zum Ideal bleibt das einzelne Werk gleichsamTorso 301 ). Es ist eine vereinzelte Bemühung, das Urbild dar-zustellen, und nur als Vorbild kann es mit anderen seines-gleichen dauern, nie aber vermögen sie zur Einheit des Idealsselbst lebendig zusammenzuwachsen.
Ueber das Verhältnis der Werke zum Unbedingten unddamit zu einander hat Goethe entsagend gedacht. Im roman-tischen Denken aber rebellierte alles gegen diese Lösung.Die Kunst war dasjenige Gebiet, in welchem die Romantik dieunmittelbare Versöhnung des Bedingten mit dem Unbedingtenam reinsten durchzuführen strebte. Friedrich Schlegel hatallerdings in seiner ersten Periode noch Goethes Auffassungnahegestanden und sie sehr prägnant formuliert, wenn er diegriechische Kunst als diejenige bezeichnet, „deren besondereGeschichte die allgemeine Naturgeschichte der Kunst wäre"und unmittelbar fortfährt: „. . . der Denker bedarf . . . einervollkommenen Anschauung. Teils als Beispiel und Beleg zuseinem Begriff, teils als Tatsache und Urkunde seiner Unter-suchung . . .. das reine Gesetz ist leer. Damit es ausgefülltwerde, bedarf es . . . eines höchsten ästhetischen Urbildes . . .kein anderes Wort als Nachahmung für die Handlung des-jenigen . . . der sich die Gesetzmäßigkeit jenes Urbildes zu-
S01 ) Eine Form, welche ihrerseits allein innerhalb dieser Kunst-anschauung verständlich wird und ihr 7Aigehört wie das Fragmentder romantischen.