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eine solche Poetik* vorkommen, wie einem Kinde, das bildernwollte, ein trigonometrisches Buch" 29 ''). „Die höchsten Kunst-werke sind schlechthin ungefällig; es sind Ideale, die nurapproximando gefallen können und sollen, ästhetische Impera-tive"- 91 ). Die Lehre, nach welcher die Kunst und ihre Werkeessentiell weder Erscheinungen der Schönheit noch Manifesta-tionen unvermittelter begeisterter Erregung, sondern ein insich ruhendes Medium der Formen sind, ist seit der Romantikwenigstens im Geiste der Kunstentwicklung selbst nicht mehrin Vergessenheit geraten. Wollte man die Kunsttheorie einesso eminent bewußten Meisters wie Flaubert, die der Parnassiensoder diejenige des Georgeschen Kreises auf ihre Grundsätzebringen, man würde die hier dargelegten unter ihnen finden.Diese Grundsätze waren hier zu formulieren, ihr Ursprung inder Philosophie der deutscheu Frühromantik war nachzuweisen.Sie sind dem Geist dieser Epoche so sehr eigen, daß Kirchermit Recht erklären konnte: „Diese Romantiker wollten geradedas jRomantische' von sich abhalten —• wie man es damalsund heute versteht" 292 ). „Ich fange an. das Nüchterne, aberecht Fortschreitende, Weiterbringende zu lieben" 293 ), schreibtNovalis 1799 .an Karoline Schlegel. Auch hierfür gibt FriedrichSchlegel die extremste Formulierung: „Das ist der eigentlichePunkt, daß wir uns wegen des Höchsten nicht so ganz alleinauf unser Gemüt verlassen" 291 ).
' 290 )- A 252. Im letzten Satz ist nicht nur auf die Unverständlich-keit, sondern auf die Trockenheit, Nüchternheit eines solchen Werkshingewiesen.
2s, i) Schriften 565. 292 ) Kircher 43. 293 ) Briefwechsel 101.
294 ) Jugendschriften II, 361. Eine der merkwürdigsten Ausprä-gungen diese:' Geisteshaltung ist Friedrich Schlegels Liebe zumDidaktischen in der Poesie als einer zuverlässigen Bürgschaft ihrerNüchternheit. Diese taucht schon sehr früh auf ^- ein Beweis, wietief die dargestellten Tendenzen in ihm wurzelten. „Ich nennedie idealische Poesie, deren Ziel das philosophisch Interessante ist,die didaktische Poesie . . . Die Tendenz der meisten trefflichstenund berühmtesten modernen Gedichte ist philosophisch. Ja, diemoderne Poesie scheint hier eine gewisse Vollendung, ein Höchstesin ihrer Art erreicht zu haben. Die didaktische Klasse ist ihrStolz und ihre Zierde, sie ist ihr originellstes Produkt . . . aus denverborgensten Tiefen ihrer ursprünglichen Kraft erzeugt." (Ju-gendschriften I, 104 ff.) Diese Hervorhebung der didaktischen Poesieim Studienaufsatz ist geradezu der Vorläufer der Betonung desRomans in Schlegels späterer poetischer Theorie. Das Didaktischeläßt neben diesem auch später nicht ab, ihn zu beschäftigen: „Zu