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dichterischer Meisterschaft. Radikal — eine gewisse Unklar-heit ist der Grund dieses Radikalismus — heißt es ini Athe-näum: „Man glaubt Autoren oft durch Vergleichungen mit demFabrikwesen zu schmähen. Aber soll der wahre Autor nichtauch Fabrikant sein? Soll er nicht sein ganzes Leben dem Ge-schäft widmen, literarische Materie in Formen zu bilden, dieauf eine große Art zweckmäßig und nützlich sind?"- 8 ?) „Solangeder Künstler . . . begeistert ist,' befindet er sich für die Mit-teilung wenigstens in einem illiberalen Zustande" 2 " 3 ). — Andie gemachten, mit prosaischem Geiste erfüllten Werke dachtendie Romantiker, wenn sie den Satz von der Unzerstörbarkeitder echten Kunstgebilde aussprachen. Was am Strahl derIronie zerfällt, ist allein die Illusion, unzerstörbar bleibt aberder Kern des Werkes, weil es nicht in der-Ekstase beruht,die zersetzt werden kann, sondern in der unantastbaren nüch-ternen prosaischen Gestalt. Durch die mechanische Vernunftist auch noch im Unendlichen — im Grenzwert der begrenztenFormen — nüchtern das Werk konstituiert. Für diese mystischeKonstitution des Werkes jenseits der eingeschränkten und inder Erscheinung schönen (im engern Sinn poetischen) Formenist der Roman das Prototyp. Der Bruch dieser Theorie mithergebrachten Anschauungen vom Wesen der Kunst mani-festiert sich endlich in der Stelle, die sie jenen „schönen"Formen, die sie der Schönheit überhaupt einräumt. Es wurdeschon ausgeführt, daß die Form nicht mehr Ausdruck derSchönheit, sondern der Kunst als der Idee selbst ist. LetztenEndes muß der Begriff der Schönheit aus der romantischenKunstphilosophie überhaupt weichen, nicht nur, weil er nachder rationalistischen Auffassung mit dem der Regel kompli-ziert war, sondern vor allem, weil die Schönheit als ein Gegen-stand des „Vergnügens", des Wohlgefallens, des Geschmacks,nicht zu vereinigen schien mit der strengen Nüchternheit, dienach der neuen Auffassung das Wesen der Kunst bestimmte.„Eine eigentliche Kunstlehre der Poesie würde mit der abso-luten Verschiedenheit, der ewig unauflöslichen Trennung derKunst und der rohen Schönheit anfangen 289 ). . . . FlüchtigenDilettanten ohne Enthusiasmus und ohne Belesenheit . . . müßte ■
28 ?) A 367. 28s ) L 37.
289 ) Wenn an anderer Stelle in diesem Fragment mit Beziehimgauf die Philosophie der Poesie vom Schönen in positivem' Sinn ge-redet wird, so hat der Ausdruck einen ganz anderen Sinn: er be-zeichnet das Wertgebiet.