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von Dichtart? Vielleicht würde mau sich dann mit einer einzigenTheorie der Dichtarten behelfen müssen" 218 ). Die romantischePoesie ist also die Idee der Poesie selbst; sie ist das Kontinuumder Kunstformen. Schlegel hat sich aufs intensivste bemüht,die Bestimmtheit Und Fülle, in der er diese Idee dachte, zumAusdruck zu bringen. „Haben die Ideale für den Denker nichtsoviel Individualität, wie die Götter des Altertums für denKünstler, so ist alle Beschäftigung mit Ideen nichts als einlangweiliges und mühsames Würfelspiel mit hohlen Formeln" 219 ).Insbesondere: „Sinn für die Poesie .... hat nur der, für den sieein Individuum ist" 220 ). Und: „Gibt es nicht Individuen, die ganzeSysteme von Individuen in sich enthalten?"-"-'). Die Poesiewenigstens, als das Reflexionsmedium der Formen, muß einsolches Individuum sein. Man möchte bestimmt annehmen,daß Novalis an das Kunstwerk denkt, wenn er sagt: „Einunendlich charakterisiertes Individuum ist Glied eines Infi-mtoriums" 222 ). Jedenfalls spricht er für Philosophie und Kunstdas Prinzip eines Kontinuums der Ideen aus; die Ideen derPoesie sind nach romantischer Auffassung die Darstellungs-formen. „Der Philosoph, der in seiner Philosophie alle einzelnenPhilosopheme in ein einziges verwandeln, der aus allenIndividuen derselben Ein Individuum machen kann, erreichtdas Maximum in seiner Philosophie. ' Er erreicht dasMaximum eines Philosophen, wenn er alle Philosophien ineine einzige Philosophie vereinigt. . . . Der Philosoph undKünstler verfahren organisch, wenn ich so sagen darf. . . . IhrPrinzip, ihre Vereinigungsidee ist ein organischer Keim, dersich frei zu einer unbestimmte Individuen enthaltenden, unend-lich individuellen, allbildsamen Gestalt entwickelt, ausbildeteine ideenreiche Idee" 223 ). „Alles befaßt die Kunst und Wissen-schaft von einem aufs andere, und so von einem auf alles rhapsodisch oder systematisch zu gelangen; die geistige Weisekunst,die Divinationskunst" 22 *). Diese Weisekunst ist selbstverständ-lich die Kritik, die von Friedrich Schlegel auch die „divina-torische" 225 ) genannt wird.
Um die Individualität der Kunsteinheit zum Ausdruck zubringen, hat Schlegel seine Begriffe überspannt und nach einerParadoxie gegriffen. Anders war der Gedanke, das höchsteAllgemeine als Individualität auszusprechen unvollziehbar.
ä18 ) L 62. 2 19) A 121. 220) A 415. 221) a 342.
222 ) Schriften 505. 223 ) Schriften 84 f. 22 *) Schriften 139.
2 *>) A 116 und sonst.