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punkt der einzelnen Theoreme über die Kritik, das Werk, dieIronie usw. zu sein, ist dieser Begriff sachlich auf das bedeu-tendste ausgestaltet. Erst in ihm ist Das zu finden, was alsinnerste Eingebung die Romantiker in ihrem Denken über dasWesen der Kunst geleitet hat. Methodisch beruht die gesamteromantische Kunsttheorie auf der Bestimmung des absolutenReflexionsmediums als Kunst, genauer gesagt als der Idee derKunst. Da das Organ der künstlerischen Reflexion die Form ist,so ist die Idee der Kunst definiert als das Reflexionsmediumder Formen. In diesem hängen alle Darstellungsformen stetigzusammen, gehen in einander über und vereinigen sich zur ab-soluten Kunstforin, welche mit der Idee der Kunst identisch ist.Die romantische Idee der Einheit der Kunst liegt also in derIdee einem Kontinuums der Formen. Beispielsweise würde alsodie Tragödie für den Schauenden kontinuierlich mit dem Sonettzusammenhängen. Ein Unterschied zwischen dem KantischenBegriff der Urteilskraft und dem romantischen der Reflexionläßt sich in diesem Zusammenhang unschwer andeuten: dieReflexion ist nicht wie die Urteilskraft, ein subjektiv reflek-tierendes Verhalten, sondern sie liegt in der Darstellungsformdes Werkes eingeschlossen, entfaltet sich in der Kritik, umsich endlich im gesetzmäßigen Kontinuum der Formen zuerfüllen. — Im „Hercules Musagetes" heißt es mit Hindeutungauf jenen Unterschied, der in den Termini Darstellungsform undabsolute Form oben bezeichnet wurde, vom Dichter: „Ihm wirdjegliche Form .... sein eigen, sinnreich kann er . . . höherdie Formen verbinden zur Form in leichtem Gewebe" 217 ). Aus-führlicher wird es im 116. Athenäumsfragment als Bestimmungder romantischen Poesie bezeichnet, „alle getrennten Gattungender Poesie wieder zu vereinigen .... Sie umfaßt alles, wasnur poetisch ist, vom größten wieder mehrere Systeme in sichenthaltenden Systeme der Kunst, bis zu dem Seufzer, demKuß, den das dichtende Kind aushaucht in kunstlosen Gesang. . .Die romantische Dichtart ist die einzige, die mehr als Art undgleichsam die Dichtkunst selbst ist." Klarer konnte das Kon-tinuum der Kunstformen kaum bezeichnet werden. Zugleichbeabsichtigt Schlegel, dieser' Kunsteinheit, indem er sie als dieromantische Poesie oder Dichtart bezeichnet, die bestimmtestesachliche Charakteristik zukommen zu lassen. Diese romantischeDichtart hat er im Sinne, ^enn er sagt: „Man hat "schon sovielTheorien der Dichtarten. Warum hat man noch keinen Begriff
217 ) Jugendschriften II, 431.