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verhalte nicht die Kunst, sondern Erkenntnistheorie und Ethikbetreffen, müssen sie hier unberücksichtigt bleiben.
Für die Kunsttheorie hat der Ironiebegriff eine doppelte:Bedeutung, in deren einer er in der Tat Ausdruck eines reinenSubjektivismus ist: Allein in dieser ist er bisher in der Literaturüber die Romantik aufgefaßt und eben infolge dieser einseitigenAuffassung als Zeugnis des besagten Subjektivismus durchausüberschätzt worden. Die romantische Poesie anerkennt „alsihr erstes Gesetz . . ., daß die Willkür des Dichters keinGesetz über sich leide" 206 ), heißt es scheinbar ganz unzwei-deutig. Allein bei genauer. Betrachtung erhebt sich die Frage,ob mit diesem Satz eine positive Aussage über die .Rechts-sphäre des schaffenden Künstlers oder nur eine überschweng-liche Formulierung der Forderung, welche die romantischePoesie an ihren Dichter stellt, gegeben sein soll. In beiden,Fällen wird man sich entschließen müssen, interpretierendden Satz sinnvoll und verständlich zu machen. Vom zweitönFall ausgehend, hätte man zu verstehen, daß der romantischeDichter „durch und durch Poesie" 207 ) sein solle, wie Schlegel esan andrer Stelle als paradoxes Ideal ungläubig aufstellt. Istder Künstler die Poesie selbst, so duldet allerdings seine Will-kür kein Gesetz über sich, weil sie nichts anderes ist alseine dürftige Metapher der Autonomie der Kunst. Der Satzbleibt leer. Im ersten Falle dagegen wird man den Satzals ein Urteil über den Machtbereich des Künstlers begreifen,muß sich aber dann entschließen, unter dem Dichter etwasanderes zu verstehen als ein Wesen, das etwas macht, dases selbst ein Gedicht nennt. Man muß unter dem Dichterden wahren, den urbildlichen Dichter verstehen und hat damitunmittelbar die Willkür als Willkür des wahren Dichters ver-standen, die begrenzt ist. Der Autor echter Kunstwerke ist indenjenigen Beziehungen eingeschränkt, in denen das Kunst-werk einer objektiven Gesetzlichkeit der Kunst unterworfenist; wenn man nicht (wie im andern Fall der Interpretation)den Autor als die bloße Personifikation der Kunst verstehenwill, was vielleicht in diesem Falle und jedenfalls an mehrerenandern Stellen Schlegels Meinung war. Die objektive Ge-setzlichkeit, welcher das Kunstwerk durch die Kunst unter-worfen ist, besteht, wie dargelegt worden, in dessen Form.Die Willkür des wahren Dichters hat also ihren Spielraumallein im Stoff, und sie wird, soweit sie bewußt und spielerisch
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