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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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Die Kraft der objektiven Intentionen in der Frühromantikist von den meisten Autoren gering eingeschätzt worden. DaFriedrich Schelgel selbst von der Epoche seiner „revolutio-nären Objektivitätwut", von der unbedingten Verehrung desgriechischen Kunstgeistes sich bewußt abgewandt hatte, suchteman in den Schriften seiner reiferen Zeit vor allem nach, denDokumenten der Eeaktion gegen diese Jugendideen, und manfand sie im reichsten Maße. So zahlreiche Belege einer über-mütigen Subjektivität sich aber in diesen Schriften in derTat finden, so ist doch schon die Erwägung der ultraklassi-zistischen Anfänge und des streng katholischen Ausgangs diesesSchriftstellers geeignet, die Betonung der subjektivistischenFormeln oder Formulierungen aus der Zeit von 179(3 bis 1800zu mäßigen. Denn um bloße Formulierungen handelt es sichin seinen subjektivsten Aussprüchen zum Teil in der Tat;es sind Prägungen, die man nicht immer für bare ,Münzezu nehmen hat. Man hat den philosophischen StandpunktFriedrich Schlegels zur Athenäumszeit meist durch seine Theorieder Ironie gekennzeichnet. Sie ist an dieser Stelle einmaldarum zu behandeln, weil unter ihrem Titel prinzipielle Ein-wendungen gegen die Betonung der objektiven Momente seinesDenkens nahe liegen; ferner aber, weil jene Theorie in einerbestimmten Hinsicht mit diesen Momenten, weit entfernt, ihnenzu widersprechen, in einem engen Zusammenhang steht.

Zahlreiche Elemente sind in den verschiedenen Auslas-sungen über die Ironie zu unterscheiden, ja es dürfte zumTeil ganz unmöglich sein, diese verschiedenartigen Elementein einem Begriff ohne Widersprüche zu vereinigen. Der Ironie-begriff hat eben für Schlegel seine zentrale Bedeutung nichtnur durch seine Beziehung auf bestimmte Sachverhalte ineinem theoretischen Sinn, sondern mehr noch als eine lediglichintentionale Einstellung erhalten. Als solche hatte diese Ein-stellung nicht einen Sachverhalt im Auge, sondern lag alsAeußerüng einer stets lebendigen Opposition gegen herrschendeIdeen und häufig als Maske der Hilflosigkeit ihnen gegenüberin Bereitschaft. Nicht in seiner Bedeutung für die Individualität,wohl aber für das Weltbild Schlegels kann daher der Ironie-begriff leicht überschätzt werden. Die klare Einsicht in diesenBegriff wird endlich dadurch erschwert, daß auch da, woer unstreitig auf gewisse Sachverhalte anspielt, unter denmannigfachen Beziehungen, die er eingeht, es nicht immerleicht ist, die im einzelnen Fall gemeinten, und sehr schwer,die allgemein maßgebenden festzustellen. Soweit diese Sach-