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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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waltet, zur Ironie. Dies ist die subjektivistische Ironie. IhrGeist ist der des Autors, der sich über die 'Stofflichkeit deisWerkes erhebt, indem er sie mißachtet. Es spielt dabei übri-gens bei Schlegel der Gedanke hinein, daß etwa der Stoffselbst in solchem Verfahren „poetisiert", veredelt werden mag,wenn es auch wohl dazu nach seiner Ansicht noch anderer,positiver Momente, der Ideen der Lebenskunst, bedarf, welcheim Stoffe dargestellt werden. Eichtig nennt Enders Ironiedie Fähigkeit, „sich unmittelbar von dem in der ErfindungDargestellten zum darstellenden Zentrum zu bewegen undvon da aus das erstere zu betrachten" 208 ), ohne jedoch zuberücksichtigen, daß dieses Verhalten allein dem Stoffe gegen-über nach der romantischen Anschauung stattfinden kann.Dennoch gibt es, wie ein Blick auf die poetische Pro-duktion der Erühromantik ■ zeigt, eine ^ Ironie, welche nichtnur die Stoffe angreift, sondern auch über die Einheit derdichterischen Form sich hinwegsetzt. Diese Ironie ist es,welche die Meinung von einem romantischen Subjektivismussans phrase 209 ) begünstigt hat, weil die vollständige Verschie-denheit dieser Ironisierung der Kunstform von de,r des Stoffesnicht mit genügender Klarheit erkannt worden ist. Diese be-ruht auf einem Verhalten des 'Subjekts, jene stellt ein objek-tives Moment am Werke dar. Wie an den meisten Unklar-heiten, welche über ihre Lehren bestehen, tragen auch andieser die Eomantiker ihren Anteil. Sie selber haben diesachlich deutliche Scheidung als eine solche niemals zumAusdruck gebracht. — Die Ironisierung der Form besteht inihrer freiwilligen Zerstörung, wie sie unter den romantischenProduktionen und wohl in der ganzen Literatur überhaupt,Tiecks Komödien in der extremsten Form zeigen. Die dra-matische Form läßt sich im höchsten Maße und am eindrucks-vollsten unter allen ironisieren, weil sie das höchste Maß vonIllusionskraft enthält und dadurch die Ironie in hohem Gradein sich aufnehmen kann, ohne 'sich völlig aufzulösen.' Von der

ans) Enders 358.

209 ) An dieser Meinung- hat eine ganz falsche Modernisierung derromantischen Doktrinen ihren Anteil, die weit verbreitet ist, wennsie sich auch selten so entstellend äußert wie in der folgenden Be-hauptung: „Die ästhetische Freiheit macht das Wesen des Menschenaus, und so muß er in seinen Werken durchaus in den Vordergrundtreten — Schlegel nennt dies romantisch —, das Werk selbst ge-winnt nur Wert als Spiegel der Persönlichkeit, diese schafft undzerstört in ewigem Spiel." (Lerch 13.)