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Es soll wiederholt werden, daß die Frühromantiker diesewichtigen sachlichen Bestimmungen über die Kunstkritik nichtim Zusammenhange gegeben haben, daß ihnen die geprägtenFormulierungen in ihrer systematischen Schärfe zum Teil gewißfern lagen, daß keiner der drei Grundsätze in ihrer Praxisstreng befolgt worden ist. Hier handelt es sich weder umdie Untersuchung ihrer kritischen Gepflogenheiten, noch umdie Zusammenstellung dessen, was in diesem oder jenem Sinnebei ihnen über Kunstkritik zu finden ist, sondern um die Ana-lysis dieses Begriffs nach seinen eigensten philosophischen In-tentionen. Kritik, welche für die heutige Auffassung das Sub-jektivste ist, war für die Romantiker das Regulativ aller Sub-jektivität, Zufälligkeit und Willkür im Entstehen' des Werkes.Während sie sich nach heutigen Begriffen aus der sachlichen Er-kenntnis und der Wertung des Werkes zusammensetzt, istes das Auszeichnende des romantischen Kritikbegrifl's, einebesondere subjektive Einschätzung des Werkes im Geschmacks-urteil nicht zu kennen. Die Wertung ist der sachlichen Unter-suchung und Erkenntnis des Werkes immanent. Nicht derKritiker fällt über dieses das Urteil, sondern di© Kunst selbst,indem sie entweder im Medium der Kritik das Werk in sichaufnimmt oder es von sich abweist und eben dadurch unteraller Kritik schätzt. Die Kritik sollte mit dem, was sie be-handelt, die Auslese unter den Werken herstellen. Ihre objek-tive Intention hat sich nicht allein in ihrer Theorie ausge-sprochen. Wenigstens ist, wenn in ästhetischen Dingen diehistorische Geltungsdauer der Einschätzungen einen Hinweisauf das, was man allein sinngemäß ihre Objektivität nennenkann, gibt, die Geltung der kritischen Urteile der Romantikbestätigt worden. Sie haben die Grundeinschätzung der histo-rischen Werte Dantes, Boccaccios, Shakespeares, Cervantes,Calderons ebenso wie die der ihnen gegenwärtigen ErscheinungGoethes bis • auf die Gegenwart bestimmt 205 ).
2o5 ) Diese Bestimmung vollzogen u. a.: für Dante A. W. SchlegelsUebersetzungsfragmente aus der „Göttlichen Komödie" und dem„Neuen Leben" nebst seiner Arbeit über diesen Dichter; für BoccaccioFriedrich Schlegels „Nachricht von den poetischen Werken desJohannes Boccaccio", für Shakespeare und Calderon (neben der Cal-deron-Uebersetzung von Gries) A. W. Schlegels liebersetzungen; fürCervantes (neben der Soltaus) diejenige Tiecks, die auf Anregungder Schlegel geplant und von ihnen begrüßt wurde; für Goethe be-sonders Friedrich Schlegels Rezension des „Wilhelm Meister", seinesBruders Besprechung von „Hermann und Dorothea".