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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
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und Selbstvernichtung.... Ein Schriftsteller,.. der sich rein aus-reden will und kann, ... ist sehr zu beklagen. Nur vor . . .Fehlern hat man sich zu hüten — was unbedingte iWillkürscheint oder scheinen soll, muß dennoch im Grunde auch wiederschlechthin notwendig sein; sonst entsteht Illiberalität, undaus Selbstbeschränkung wird Selbstvernichtung." Diese „liberaleSelbstbeschränkung", die Enders mit Recht „eine strenge For-derung romantischer Kritik" 189 ) nennt, leistet die Darstellungs-form des Werkes. Nirgends findet sich das Wesentliche dieserAnschauung klarer ausgesprochen als in einem Fragment desNovalis, welches sich nicht auf die Kunst, sondern auf die staat-liche Sitte bezieht: „Da nun in der höchsten Belebung der Geistzugleich am wirksamsten ist, die Wirkungen des Geistes Re-flexionen sind, die Reflexion aber, ihrem Wesen nach, bildendist, mit der höchsten Belebung also die schöne oder vollkom-mene Reflexion verknüpft ist, so wird auch der Ausdruckdes Staatsbürgers in der Nähe des Königs Ausdruck der höch-sten zurückgehaltenen Kraftfülle, Ausdruck der lebhaftestenRegungen, beherrscht durch die achtungsvollste Besonnenheit...sein" 190 ). Hier ist nur für den Staatsbürger das Kunstwerk,für den König das Absolutum der Kunst einzusetzen, um aufsklarste gesagt zu finden, wie die bildende Kraft der (Re-flexion die Form des Werkes nach der Anschauung der Früh-romantik prägt. Der Ausdruck „Werk" ist für das also be-stimmte Gebilde von Friedrich Schlegel mit Betonung gebrauchtworden. . Der „Lothario" des „Gesprächs über die Poesie"spricht von dem Selbständigen, Insichvollendeten, wofür er„nun eben kein anderes Wort finde, als das von (Werken,und es darum gern für diesen Gebrauch behalten möchte" 191 ).Im gleichen Zusammenhang liest man die folgende Wechsel-rede: „Lothario: . . . Nur dadurch, daß es Eins und Allesist, wird ein Werk zum Werk. Nur dadurch unterscheidetsich's vom Studium. Antonio: Ich wollte Ihnen doch Studiennennen, die dann in ihrem Sinne zugleich Werke sind" 192 ).Hier enthält die Antwort einen berichtigenden Hinweis aufdie Doppelnatur des Werkes: es ist nur eine relative Ein-heit, bleibt ein Essay, in welchem Ein und Alles sich an-gelegt findet. Noch in der Anzeige von Goethes Werkenaus dem Jahre 1808 heißt es bei Schlegel: „...-. an : Fülleder inneren Durchbildung geht der ,Meister' vielleicht jedem

iss) Enders 357. 19 °) Schriften 39. 191 ) Jugendschriften II, 366.192 ) Jugendschriften H, 366. ' ; ' ' ■ • ■■

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