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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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fWmalen auflöst. So stellt sie die Beziehung des einzelnenWerkes auf die Idee der Kunst und damit die Idee des einzelnenWerkes selbst dar.

Friedrich Schlegel gibt zwar, besonders um L80Ö, auchüber den Inhalt des wahren Kunstwerks Bestimmungen, sieberuhen jedoch auf jenen schon genannten Ueberdeckungenund Trübungen des Grundbegriffs des Reflexionsmediums, indenen er seine methodische Kraft verliert. Wo er das absoluteMedium nicht mehr als Kunst, sondern als Religion bestimmt,erfaßt er das Kunstwerk von der Seite seines Inhalts nurunklar, er vermag sich seine Ahnung von einem würdigenInhalt trotz aller Mühe nicht zu verdeutlichen, dieser bleibtTendenz; er verlangt in ihm 185 ) die eigentümlichen Zügeseines religiösen Kosmos wiederzufinden, während zugleich,zum Zeichen jener Unklarheit, seine Idee der Form um nichtsgewinnt 186 ): Vor dieser Veränderung seines Weltbildes und wodie älteren Lehren noch ferner wirksam blieben, hat er ge-meinschaftlich mit Novalis einen strengen Begriff des Werkesin Verbindung mit einem Formbegriff, der auf der Philosophieder Reflexion beruht, als neue Errungenschaft im Namen derromantischen Schule vertreten: ,,Was Ihr in den philosophi-schen Büchern von der Kunst und von der Form gesagt findet,reicht ungefähr hin, um die Uhrmacherkunst zu erklären. Vonhöherer Kunst und Form findet Ihr nirgends auch nur dieleiseste Ahnung 187 )." Die höhere Form ist die Selbstbeschrän-kung der Reflexion. In diesem Sinne handelt das 37. Lyzeuni-fragment von „Wert und . . . Würde der Selbstbeschränkung,die doch für den Künstler wie für den Menschen . . . das Not-wendigste und das Höchste ist. Das Notwendigste: dennüberall, wo man sich nicht selbst beschränkt, beschränkt einendie Welt, wodurch man ein Knecht wird. Das Höchste: dennman kann sich nur in den Punkten und an den Seiten selbstbeschränken, wo man unendliche 183 ) Kraft hat; Selbstschöpfun^

185) Vgl. 'die „Hede über die Mythologie", Jugendselmften II, 357.

186 ) Mit Beziehung auf die formalen, methodischen Momentedurfte daher Haym (481) von der Schlegelschen Religionsphilosophieum 1800 sagen: Diese, „bestand, bei Licht, besehen, lediglich darin,daß er seine auf dem Gebiet der Aesthetik ausgebildeten Lieb-lingskategorien von der Poesie auf die Religion übertrug." Dieganze Tendenz dieser Religionsphilosophie ist jedoch damit nichthinreichend charakterisiert.

is') Jugendschriften II, 427. i 88 ) sc. reflektierende.