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heißt es bei Schlegel: „Jede philosophische 17 -') Rezension solltezugleich Philosophie der Rezensionen sein" 173 ). — Niemals kanndiesem kritische Verhalten in Konflikt mit der ursprünglichen,rein gefühlsmäßigen Aufnahme des Kunstwerkes geraten, dennes ist, wie die Steigerung des Werkes selbst, so auch, dieseines Erfassens und Empfangens. In der Kritik des „WilhelmMeister" sagt Schlegel: „Es ist schön und notwendig, sichdem Eindruck eines Gedichtes ganz hinzugeben . . . und etwanur im Einzelnen das Gefühl durch Reflexion zu bestätigenund zum Gedanken zu erheben und ... zu ergänzen . . . Abernicht minder notwendig ist es, von allein Einzelnen abstrahierenzu können, das Allgemeine schwebend zu erfassen" 171 ). DiesErfassen des Allgemeinen heißt schwebend, weil es Sacheder unendlich sich erhöhenden Reflexion ist, die sich in keinerBetrachtung dauernd niederläßt, wie es im 116. Athenäums-fragment (s. o. p. 54) von Schlegel angedeutet wird. So erfaßtdie Reflexion gerade die zentralen, d. h. allgemeinen Momentedes Werkes und versenkt sie in das Medium der Kunst, wiees eben in der Kritik des „Wilhelm Meister" sichtbar seinsoll. Bei genauer Betrachtung will Schlegel dort in der Rolle,welche in der Bildung des Helden die verschiedenen Kunst-arten spielen, eine Systematik verborgen angedeutet finden,deren deutliche Entfaltung und Einordnung ins Kunstganzeeine Aufgabe der Kritik des Werkes sei. Dabei soll diesenichts anderes tun, als die geheimen Anlagen des Werkesselbst aufdecken, seine verhohlenen Absichten vollstrecken.Im Sinne des Werkes selbst, d. h. in seiner Reflexion, soll esüber dasselbe hinausgehen, es absolut machen. Es ist klar:für die Romantiker ist Kritik viel weniger die Beurteilungeines Werkes als die Methode seiner Vollendung. In diesemSinne haben sie poetische Kritik gefordert, den Unterschiedzwischen Kritik und Poesie aufgehoben und behauptet: „Poesiekann nur durch Poesie kritisiert werden. Ein Kunsturteil,welches nicht selbst ein Kunstwerk ist. als Darstellung desnotwendigen Eindrucks in seinem Werden 17 -^), hat gar keinBürgerrecht im Reiche der Kunst" 176 ). „Jene poetische Kritik. . . wird die Darstellung von Neuem darstellen, das schon
m ) Ein Beiwort, mit dem vermutlich ihre Dignität, nichtihr Gegenstand bezeichnet werden soll.'") A 44. 171 ) Jugendschriften II, 169.
l75 ) D. i. als Entfaltung der dem Kunstwerk immanenten Reflexion.,7,; ) L 117.