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(frei Perioden. Die thetisehe der Selbstreflexio.il der Wissen-schaft, die andere der entgegengesetzten, antinomischen Selbst-beurteilung der Wissenschaft und die synkritische Selbst-reflexion und Selbstbeurteilung zugleich" 163 ). Was die Selbst- 1beurteilung in der Kunst betrifft, so heißt es in der für SchlegelsTheorie der Kritik bezeichnenden Rezension des „WilhelmMeister": „Glücklicherweise ist es eben eins von den Büchern,welche sich selbst beurteilen" 16 '). Novalis sagt: „Rezensionist Coniplement des Buchs. Manche Bücher bedürfen keinerRezension, nur einer Ankündigung; sie (Mithalten schon dieRezension mit" 165 ).
, Eine Beurteilung ist allerdings, diese Selbstbeürteilung inder Reflexion nur uneigentlich zu nennen. Es ist nämlichin ihr ein notwendiges Moment aller Beurteilung, das Nega-tive, durchaus verkümmert. Zwar erhebt sich der Geist injeder Reflexion über alle früheren Reflexionsstufen und negiertsie damit — gerade dies gibt der Reflexion zunächst diekritische Färbung — aber das positive Moment dieser Be-wußtseinssteigerung überwiegt das negative bei weitem. DieseKinschätzung des Reflexionsvorgangs spricht aus Novalis Wor-ten: „Der Akt des sich selbst Ueberspringens ist überallder Höchste, der Urpunkt, die Genesis des Lebens. So hebtalle Philosophie damit an, daß der Philosophierende sich selbstphilosophiert, d. h. zugleich verzehrt . . . und wieder erneuert... So hebt alle lebendige Moralität damit an, daß ich ausTugend gegen die Tugend handle, damit beginnt das Lebender Tugend, durch welches vielleicht die Kapazität ins Un-endliche zunimmfi 66 ). Genau ebenso positiv bewerten die Ro-mantiker die Selbstreflexion im Kunstwerk. Für die Bewußt-seinssteigerung des Werkes durch Kritik hat Schlegel einenhöchst bezeichnenden Ausdruck in einem Witz gefunden. Ineinem Briefe an Schleiermacher bezeichnet er nämlich seinenAthenäumsaufsatz „über Goethes Meister" kurz als den „Ueber-meister" 167 ), ein vortrefflicher Ausdruck für die letzte Intentiondieser Kritik, welche mehr als jede andere mit seinem BegriffKunstkritik überhaupt zusammenhängt. Auch sonst gebrauchter gern ähnliche Prägungen, ohne daß man entscheiden könnte,ob dabei die gleiche Stimmung zugrunde liegt, weil sie nichtin einem Worte geschrieben sind 168 ). Das Moment der Selbst-
163 ) Schriften -141. 16 *) Jugendschriften II, 1 12 ,fi "') Schriften 4H0.166 ) Schriften 318. 167 ) Aus Schleiermachers Leben III, 75.-ii») Caroline l, 257. Aus Schleiermachers Leben III, 138.