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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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inneren Stimmung des Geistes zu bilden, wird sich schwerentscheiden lassen. Uebrigens liegt die Untersuchung des Ver-hältnisses der frühromantischen zu der Kantischen Kunst-theorie nicht im Rahmen dieser Monographie über den roman-tischen Begriff der Kunstkritik, weil von hier aus jenes Ver-hältnis nicht erfaßt werden kann. — In vielen Wendungenhat auch Novalis zu verstehen gegeben, daß die Grundstrukturder Kunst die des .Reflexionsmediums sei. Der Satz: „Dicht-kunst ist wohl nur ein willkürlicher, tätiger, produktiver Ge-brauch unserer Organe und vielleicht wäre Denken nicht vieletwas anderes, und Denken und Dichten also einerlei""-)ähnelt sein- dem oben angezogenen Schlegelschen Ausspruchin den Vorlesungen, und weist in jene Richtung. Ganz deut-lich faßt Novalis die Kunst als das Reflexionsmediumxax i$oj(ijv auf, verwendet das Wort Kunst geradezu als ter-minus technicus für dasselbe, wenn er sagt: „'Der Anfangdes Ich ist bloll idealisch . . . der Anfang entsteht später alsdas Ich; darum kann das Ich nicht angefangen haben. Wirsehen daraus, daß wir hier im Gebiet der Kunst sind" 163 ).Und wenn er fragt: „Gibt es eine Erfindungskunst ohne Data,eine absolute Erfindungskunst?" 184 ), so ist dies einerseits dieFrage nach einem absoluten neutralen Ursprung der Reflexionund andererseits hat er selbst in seinen Schriften oft genugdie Dichtkunst als jene absolute Erfindungskunst ohne Datagekennzeichnet. Er legt gegen die Theorie der Brüder Schlegelvon der Künstlichkeit Shakespeares Verwahrung ein und er-innert sie,, daß die Kunst „gleichsam die sich selbst beschau-ende, sich selbst nachahmende, sich selbst bildende Naturist" 155 ). Dabei ist weniger die Meinung, daß die Natur dasSubstrat der Reflexion und der Kunst sei, als daß die Integri-tät und Einheit des Reflexionsmediums gewahrt bleiben solle.Pur diese scheint Novalis an dieser Stelle Natur ein besserenAusdruck als Kunst, und so soll man es nach ihm auch fürdie Erscheinungen der Poesie bei dieser Bezeichnung, die dochnur für das Absolute steht, belassen. Oft aber wird er ganzübereinstimmend mit Schlegel die Kunst für das Prototyp desReflexionsmediums halten und dann sagen: „Die Natur zeugt,der Geist macht. II est beaueoup plus commode d'etre |aitque de se faire lui-meme (sie!)" 1 "' 6 ). Also ist Reflexion dasUrsprüngliche und Aufbauende in der Kunst wie in allem

• 152 ) Schriften herausgegeben von Minor [II, 14. 15S ) Schriften 496.>**) Schriften 478. lä5 ) Schriften 277. 1! *j Schriften 490;