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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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nung dieser Methode als Experiment, die schon Fichte gab,lag- gegenüber dem Naturgegenstand besonders nahe. Das Ex-periment besteht in der Evokation des Selbstbewußtseins undder Selbsterkenntnis im Beobachteten. Eine Sache beobachten,heißt nur, sie zur Selbsterkenntnis bewegen. Ob das Experi-ment gelingt, hängt davon ab, wie weit der Experimentatorimstande ist, durch Steigerung seines eigenen Bewußtseins,durch magische Beobachtung, wie man sagen darf, sich demGegenstand zu nähern und ihn endlich in sich einzubeziehen".in diesem Sinn sagt Novalis vom echten Experimentator: DieNatur.,,offenbart sich umso vollkommener durch ihn, je harmoni-scher seine Konstitution mit ihr ist" 1 ' 5 ) und vom Experiment,daß es die bloße „Erweiterung, Zerteilung, Vermannigfaltigung,Verstärkung des Gegenstandes" 116 ) sei. Darum zitiert er bei-fällig die Meinung Goethes: ,,daß jede Substanz seine (siel)engeren Rapports mit sich selbst habe, wie das Eisen im Mag-lu'iinuis"" 7 ). In diesen Rapports erblickt er die Reflexion desGegenstandes; wieweit er damit Goethes Meinung traf, mußhier dahingestellt bleiben, — Das Medium der Reflexion, desF.rkennens und des Wahrnehmens fällt bei den Romantikernzusammen. Der Terminus der Beobachtung spielt auf dieseIdentität der Medien an; was im gewöhnlichen Experimentals Wahrnehmung und planmäßige Einrichtung des Versuchs-verlaufs getrennt ist, ist in der magischen Beobachtung ver-einigt, die ja selbst ein Experiment, nach dieser Theorie daseinzig mögliche Experiment ist. Man darf diese magische Be-obachtung im Sinn der Romantiker iauch eine ironische nennen.Sie beobachtet nämlich an ihrem Gegenstand nichts Einzelnes,nichts Bestimmtes. Keine Frage an die Natur liegt diesem Ex-periment zugrunde. Vielmehr faßt die Beobachtung nur dieaufkeimende Selbsterkenntnis im Gegenstand ins Auge, odervielmehr, sie, die Beobachtung ist das aufkeimende Gegen-

innigst identisch macht und dadurch zur eigentlichen Theorie wird.Diese Steigerung des geistigen Vermögens aber gehört einer hoch-gebildeten Zeit an." (WA II, Abt.^ 11. Bd., 128 ff.) Diese Empirieerfaßt das Wesentliche im Gegenstände selbst, daher sagt Goethe:„Das Höchste wäre: zu begreifen, daß alles Faktische schon Theorieist. Die Bläue des Himmels offenbart uns das Grundgesetz derGhromatik. Man suche nur nichts hinter den Phänomenen; sieselbst sind die Lehre." (WA IL Abt., 11. Bd., 131.) Auch fin-den Romantiker ist das Phänomen kraft seiner Selbsterkenntnisdie Lehre.

us >) Schriften 500. i«) Schritten 447. l4 ') Schriften 355.

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