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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
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dem Dinge auf und im Medium der Reflexion gehen das Dingund das erkennende Wesen ineinander über. Beides sind nurrelative Reflexionseinheiten. Es gibt also in der Tat keineErkenntnis eines Objekts durch ein Subjekt. Jede Erkenntnisist ein immanenter Zusammenhang im Absoluten, oder wenn manwill, im Subjekt. Der Terminus Objekt bezeichnet nicht eineBeziehung in der Erkenntnis, sondern eine Beziehungslosigkeitund verliert seinen Sinn, wo immer eine Erkenntnisrelationan den Tag tritt. Die Erkenntnis ist nach allen Seiten in derReflexion verankert, wie die Fragmente des Novalis' esandeuten: das Erkanntwerden eines Wesens durch einanderes fällt zusammen mit der Selbsterkenntnis desKrkanntwerdenden, mit der des Erkennenden und mit Erkannt-werden des Erkennenden durch das Wesen, das er erkennt, Dasist die genaueste Form des Grundsatzes der romantischen Theorieder Gegenstandserkenntnis. Seine Tragweite für die Erkenntnis-theorie der Natur liegt vor allem in den von ihm abhängigenSalzen über die Wahrnehmung sowie über die Beobachtung.Die erste hat keinen Einfluß auf die Theorie der Kritikund muß daher hier übergangen werden. Ohnehin ist es klar,daß diese Erkenntnistheorie es zu keiner Unterscheidung vonWahrnehmung und Erkenntnis bringen kann und im wesent-lichen die auszeichnenden Züge der Wahrnehmung auch der Er-kenntnis beilegt. Die Erkenntnis ist ihr zufolge in gleich hohemGrad unmittelbar, als es die Wahrnehmung nur irgend seinkann; und die nächstliegende Begründung der Unmittelbarkeitder Wahrnehmung geht ebenfalls von einem dem Wahrnehmen-den und Wahrgenommenen gemeinsamen Medium aus. wie dieGeschichte der Philosophie in Demokrit zeigt, welcher von einerteilweisen stofflichen Durchdringung von Subjekt und Objektdie Wahrnehmung herschreibt, So heißt es auch bei Novalis,daß „der Stern im Fernrohr erscheint und dasselbe durch-dringt. . . der Stern. . . . ist. ein spontanes, das Fernrohr oderAuge ein rezeptives Lichtwesen" 142 ).

wäre zwar eine weitere Bearbeitung dieser Theorie an den Grenzen,wo die Romantiker sie im Dunkel gelassen haben, zu wünschen; esist aber zu befürchten, daß eine solche Bearbeitung auch tatsächlichnur ins Dunkel führen würde. Die Theorie, welche in begrenztemmetaphysischem Interesse aufgestellt wurde, aus der einige Sätzein der Kunsttheorie' eine eigentümliche Fruchtbarkeit erreichten,führt in ihrer Totalität auf rein logische, unauflösliche Widersprüche;vor allem im Problem der üreflexion.» 2 ) Schriften 563.

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