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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
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abgeschlossen und beziehungslos, daß sie durch Steigerung ihrerReflexion (Potenzieren, Romantisieren (s. o. p. 30) vielmehr andreWesen, Reflexionszentren, mehr und mehr ihrer eigenen Selbst-erkenntnis einverleiben können. Diese romantische Vorstellungs-weise betrifft jedoch nicht nur die individuell menschlichenReflexionszentren. Nicht die Menschen allein können ihre Er-kenntnis durch gesteigerte Selbsterkenntnis in der Reflexionerweitern, sondern ebenso können das die sogenannten Natur-dinge. Bei diesen hat der Vorgang eine wesentliche Beziehungauf das, was gemeinhin ihr Erkanntwerden genannt wird.Das Ding strahlt nämlich in dem Maße, als es in sich dieReflexion steigert und in seine Selbsterkenntnis andei'e Weseneinbegreift, seine ursprüngliche Selbsterkenntnis auf diese aus.Auch auf diese Weise kann der Mensch jener Selbsterkenntnisanderer Wesen teilhaftig werden; dieser Weg wird mit demerstgenannten in der Erkenntnis zweier Wesen durcheinander,die im Grunde die Selbsterkenntnis ihrer ■ reflexiv erzeugtenSynthesis ist, koinzidieren. Demnach ist alles, was sich demMenschen als sein Erkennen von einem Wesen darstellt, inihm der Reflex der Selbsterkenntnis des Denkens in demselbigen.Ein bloßes Erkanntwerden eines Dinges gibt er also nicht,ebensowenig aber ist das Ding oder Wesen beschränkt auf einbloßes durch sich allein Erkanntwerden. Die Steigerung 1 * 1 )der Reflexion in ihm hebt vielmehr die Grenze zwischen demdurch sich selbst und durch ein anderes Erkanntwerden in

141 ) Es kann sich in der Tat in der Erkenntnis nur um eineSteigerung, Potenzierung der Eeflexion handeln, eine rückläufigeBewegung scheint trotz Schlegels und Novalis' in dieser Hin-sicht falsch schematisierender Ausführungen sowohl im Denk-schema der Reflexion als auch in der Erkenntnis durch Ee-flexion denkunmöglich. Sie ist auch im Einzelfall von ihnen niebehauptet worden. Denn die Reflexion ist wohl zu steigern, nichtaber wieder zu vermindern; die Verminderung ergibt weder eineSynthese noch eine Analyse. Allein ein Abbrechen, niemals eineVerminderung der Reflexionssteigerungen ist denkbar. SämtlicheBeziehungen der Reflexionszentren zueinander geschweige zum ab-soluten können also nur auf Steigerungen der Reflexion beruhen.Dieser Einwand erscheint wenigstens durch die innere Erfahrung,welche allerdings schwer mit Bestimmtheit zu verdeutlichen ist,nahegelegt. Bei Gelegenheit dieser vereinzelten kritischen Be-merkung sei gesagt, daß die Theorie des Reflexionsmediums in dieserArbeit nicht weiter] verfolgt wird, als die Romantiker sie aus-gearbeitet haben, weil für die systematische Darlegung ihres Begriffsder Kunstkritik dies ausreicht. Im rein kritischen logischen Interesse