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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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worin Baco und Leibniz . . . jener einer der ersten, dieser einerder größten Virtuosen war, unendlich" 109 ). Wenn der Witzbald als „logische Geselligkeit" 110 ), bald als „chemischer . . .Geist" 111 ), als „fragmentarische Genialität" 112 .), oder als! „pro-phetisches Vermögen" 113 ) charakterisiert, wenn er bei Novalisals ein „magisches Farbenspiel in höheren Sphären" 114 ) be-zeichnet wird, so ist dies alles von der Bewegung der Begriffein ihrem eigenen Medium gesagt, welche im Witz bewirkt undim mystischen Terminus bezeichnet wird. „Witz ist die Er-scheinung, der äußere Blitz der Phantasie. Daher . . . dasWitzähnliche der Mystik" 115 ). In dem Aufsatz „Leber dieUnVerständlichkeit" will Schlegel zeigen, „daß die Worte sichoft besser verstehen, als diejenigen, von denen sie gebrauchtwerden, . . . daß es unter den philosophischen Worten geheimeOrdensverbindungen geben muß, . . . daß man die reinste undgediegenste Unverständlichkeit gerade aus der Wissenschaftund aus der Kunst enthält, die ganz eigentlich aufs Verständigenund Verständlichmachen ausgehen, aus der Philosophie undder Philologie" 116 ). Gelegentlich hat Schlegel von einer „dicken,feurigen Vernunft" gesprochen, „welche den Witz eigentlichzum Witz macht und dem gediegenen Stil das Elastische gibtund das Elektrische". Indem er diese dem „was man gewöhn-lich Vernunft nennt" gegenüberstellte 117 ), hat er offenbar seineArt zu denken höchst treffend bezeichnet. Es war, wie schongesagt wurde, die eines Menschen, dem jeder einzelne Einfalldie ganze ungeheure Ideenmasse in Bewegung setzte, derPhlegma mit Glut im Ausdruck seiner geistigen wie seinerleiblichen Physiognomie vereinigte. Es soll schließlich im Vor-beigehen die Frage aufgeworfen werden, ob nicht jener termino-logischen Tendenz, die bei Schlegel so klar und bestimmendhervortritt, für alles mystische Denken eine typische Bedeu-tung zukomme, deren nähere Untersuchung sich verlohnen undschließlich auf das a priori, das der Terminologie jedes Denkerszugrunde liegt, führen würde.

Nicht sowohl aus polemischen und rein literarischen Mo-tiven, als vielmehr auf Grund der dargestellten tieferen Ten-denzen ist die romantische „Kunstsprache" 118 ) gebildet worden,von deren „hypertrophischer Ausbildung" 119 ) Elkuü spricht.

109 ) A 220, siehe auch das Weitere daselbst,

uo ) L 56. "») A 366. "ä) L 9. «•) L 126. '») Schriften 9.

"'"') I 26. "S| Jugendschöffen II, 387. "') L 104.

119 ) Elkuß 44. i») Elkuß 40.