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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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hat sich die mystische Tendenz von Friedrich Schlegels Philo-sophiereh am klarsten ausgeprägt. Im Jahre 1798 schreibtsein Bruder an Schleiermacher: „Die Randglossen meines Bru-ders rechne ich auch zu dem G-ewinn; denn sie gelingen ihmweit besser als ganze Briefe, sowie Fragmente besser alsAbhandlungen und selbstgeprägte Wörter besser als Fragmente.Am Ende beschränkt sich sein ganzes Genie .auf mystischeTerminologie" 101 ). Wirklich hat das, was A. W. Schlegel sehrtreffend als mystische Terminologie bezeichnet, den genauestenZusammenhang mit Friedrich Schlegels Genie, mit seinen be-deutendsten Konzeptionen und seiner eigentümlichen Denkweise.Diese nötigte ihn, zwischen dem diskursiven Denken und derintellektuellen Anschauung eine Vermittlung zu suchen, dadas eine seiner auf intuitives. Begreifen gerichteten Intention,die andere seinem systematischen Interesse nicht genügte. Erfand sich also, da sein Denken nicht systematisch entfaltet,wohl aber durchaus systematisch orientiert war, vor das Problemgestellt, mit äußerster Eingeschränktheit des diskursiven Den-kens das Maximum an systematischer Tragweite der Gedankenzu verbinden. Was insbesondere die intellektuelle Anschau-ung betrifft, so ist Schlegels Denkweise im Gegensatz zu der-jenigen vieler Mystiker ausgezeichnet durch Indifferenz gegenAnschaulichkeit; er beruft sich nicht auf intellektuell© An-schauungen und entrückte Zustände. Vielmehr sucht er, umes in eine Formel zusammenzufassen, eine unanschauliche In-tuition des Systems, und er findet sie in der Sprache. DieTerminologie ist die Sphäre, in welcher jenseits" von Dis-kursivität und Anschaulichkeit sich sein Denken bewegt. Dennder Terminus, der Begriff enthielt für ihn den Keim desSystems, war im Grunde nichts anderes als ein präformiertesSystem selbst. Schlegels Denken ist ein absolut begriff-liches, d. h. sprachliches. Die Reflexion ist der intentionaleAkt absoluter Erfassung des Systems und die adäquate Aus-drucksform dieses Aktes ist der Begriff. In dieser Anschau-ung liegt das Motiv der zahlreichen terminologischen Neu-bildungen Friedrich Schlegels und der tiefste Grund seinerständig erneuerten Benennungen des Absoluten. — Für dasfrühromantische„.Denken ist dieser Denktypus charakteristisch,er findet sich auch bei Novalis, obschon weniger ausgeprägtals bei Schlegel. Der letzte hat die Beziehung des termino-logischen Denkens auf das System in den Vorlesungen klar

,01 ) Aus Schleiermachers Leben III, 71.