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und Idealismus bei Schlegel hinzu, die sich in den Vorlesungenvon selbst erledigt. Nur aus der Ignorierung der Windisch-mannschen Vorlesungen erklärt es sich also, daß Kircher mitHinsicht auf die Fragmente von 1796 ab sagen konnte: „DasSystem der zyklischen Philosophie hat Friedrich nicht ausge-führt; es sind lauter Vorarbeiten, Voraussetzungen, es sinddie subjektiven Grundlagen des Systems, die in Begriffe ge-stalteten Antriebe und Bedürfnisse seines philosophischen Gei-stes, was uns davon erhalten ist" 88 ).
Dafür jedoch, daß Schlegel in der Athenäumszeit zu keinervollen Klarheit über seine systematische Intention gelangenkonnte, lassen sich mehrere Gründe namhaft machen. Diesystematischen Gedanken besaßen damals nicht die Vorherr-schaft in seinem Geiste, und dies hängt einerseits damit zu-sammen, daß er nicht genügend logische Kraft besaß, umsie aus seinem damals noch reichen und leidenschaftlichenDenken herauszuarbeiten, andererseits damit, daß er kein Ver-ständnis für den Systemwert der Ethik hatte. Das ästhetischeInteresse überwog alles. „Friedrich Schlegel war ein Künstler-philosoph oder ein philosophierender Künstler, als solcher ginger einerseits den Traditionen der philosophischen Zünftler nachund suchte Zusammenhang mit der Philosophie seiner Zeit,andererseits war er zu sehr Künstler, um beim rein Syste-matischen stehen zu bleiben" 89 ). Bei Schlegel tritt, um aufden obigen Vergleich zurückzukommen, das Gradnetz seinerGedanken unter der überdeckenden Zeichnung fast nie hervor.Wenn die Kunst als das absolute Reflexionsmedium die syste-matische Grundkonzeption der Athenäumszeit ist, so findetsich diese fortwährend durch andere Bezeichnungen substituiert,die den Anscheint der verwirrenden Vielgestaltigkeit seinesDenkens hervorrufen. Das Absolute erscheint bald als Bildung,bald als Harmonie, als Genie oder Ironie, als Religion, Organi-sation oder Geschichte. Und es soll gar nicht geleugnet werden,daß in anderen Zusammenhängen es wohl denkbar wäre, eineder anderen Bestimmungen — also nicht die Kunst, sondernetwa die Geschichte — jenem Absoluten, wofern nur seinCharakter als Reflexionsmedium gewahrt bliebe, einzuzeichnen.Unstreitig aber lassen die meisten dieser Bezeichnungen geradejene philosophische Fruchtbarkeit vermissen, die in der Analysedes Begriffs der Kunstkritik für die Bestimmung des Re-flexionsmediums als Kunst aufgewiesen werden soll. Der Be-
8 ) Kircher 147. 80 ) Pingoud 44.