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dazu sich als Gregner des Systems bezeichnet, dennoch hat er
seine. Philosophie umfassend und einheitlich nach den leiten-
■en Ideen durchdacht und zuletzt sein System zu schreiben
<3gonnen. Schlegel dagegen hat sich niemals auch nur schleeht-in als Gegner der Systematiker bekannt. Bei allem schein-aren Zynismus ist er bezeichnenderweise in seiner Reife-Heit auch seinen eigenen Worten nach niemals Skeptiker ge-wesen. „Als vorübergehender Zustand ist der Skeptizismus|)gische Insurrektion; als System ist er Anarchie. Skeptische[ethode wäre also ungefähr wie insurgente Regierung" 33 ) heißts in den Athenäumsfragmenten. Die Logik nennt er eben-ort eine „Wissenschaft, welche Von der Forderung der posi-Rven Wahrheit und der Voraussetzung der Möglichkeit einesBystems ausgeht" 84 ). Die bei Windischmann veröffentlichtenFragmente 85 ) geben Zeugnis in Fülle, daß er seit dem Jahrei■796 über das Wesen des Systems und die Möglichkeit seinerBegründung angestrengt nachdachte; es war jene Gedanken-entwicklung, die im System der Vorlesungen mündete. Diezyklische Philosophie 86 ) ist der Titel, unter welchem Schlegel■amals das System vorstellte. Von den wenigen Bestimmun-gen, die er von ihr gibt, ist die wichtigste, ,die ihren Namengründet: „Es muß der Philosophie nicht bloß ein Wechsel-weis, sondern auch ein Wechselbegriff zugrunde liegen. Manann bei jedem Begriff wie bei jedem Erweis wieder nachfeinem Begriff und Erweis desselben fragen. Daher muß diePhilosophie wie das epische Gedicht in der Mitte anfangen,Ind es ist unmöglich^ dieselbe so vorzutragen und Stück fürBtück hinzuzählen, daß gleich das erste für sich vollkommengegründet und erklärt wäfcre. Es ist ein Ganzes, und (deriVeg, es zu erkennen, ist also keine gerade Linie, .sondernlin Kreis. Das Ganze der Grundwissenschaft muß aus zweiIdeen, Sätzen, Begriffen . . . ohne allen weiteren Stoff abge-leitet sein" 8 '). Diese Wechselbegriffe sind dann später in denVorlesungen die beiden Pole der Reflexion, die sich letztenEndes als einfache Urreflexion und als einfache absolute Re-jlexion kreisförmig wieder zusammenschließen. Die Philosophie|>eginnt in der Mitte, bedeutet, daß sie keinen ihrer Gegen-stände mit der Urreflexion identifiziert, sondern in ihnen einllittleres im Medium sieht. Als weiteres Motiv kommt in jenerteit noch die Frage des erkenntnistheoretischen Realismus
SH ) A. 97. »*) A. 91. »») Vorlesungen 405ff.*) Vgl. Vorlesungen 421. 87 ) Vorlesungen 4G7.