Druckschrift 
Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
Seite
34
Einzelbild herunterladen
 

— 34 —

Schriften auf Grund systematisch orientierter Interpretation u. a.mit folgenden Sätzen: „Diesem 77 ) Sachverhalt kann man sichvon der Theologie her nähern, von der Religionsgeschichte,vom geltenden Recht, vom geschichtlichen Denken der Gegen-wart; immer wird die Situation für die Erkenntnis einer Ge-dankenbildung günstiger sein, als wenn man in einem ver-hängnisvollen Sinne des Wortes voraussetzungslos herantritt,den materiellen Kern, der in den frühromantischen Theorienaufgeworfenen Fragen nicht mehr kontrollieren kann, kurzsie als „Literatur" behandelt, in ,der ja oft die Formel biszu einem gewissen Grade Selbstzweck werden kann" 78 ). „Einehier 79 ) einsetzende Analyse dringt naturgemäß sehr oft weithinter den „literarischen" Sinn dessen zurück, was ein Schrift-steller gesagt hat und zu formulieren willens oder auch nurfähig war. Sie ergreift die.intentionalen Akte, wenn sie er-kannt hat, was sie leisten sollen" 80 ). „Für die Literaturge-schichte rechtfertigt sich von hier aus eine Betrachtung,die auf Voraussetzungen zurückgeht, auch wenn diese vonder Reflexion des Autors selber meist kaum getroffen wer-den" 81 ). Für die Problemgeschichte ist eine solche Betrach-tung geradezu erfordert. Es wäre für sie unbedingter, alsfür eine literarhistorische ein Tadel, wenn man von ihr, wieElkuß von einer literarhistorischen, sagen müßte, sie bleibeeinem Autor gegenüber „bei der 'Charakteristik seiner geistigenWelt in den Antithesen befangen, idie für ihn selbst Bewußt-seinsinhalt waren, beurteile geistige Mächte nur in der Stili-sierung, die er ihnen gibt, und dringe zu dieser Stilisierungals einer . . . selber der Analyse bedürftigen Leistung über-haupt nicht mehr vor" 82 ). Allerdings ist es gar nicht nötig,weit hinter das Ausgesprochene zurückzugehen, um zunächstnur die entschieden systematische Tendenz in Friedrich SchlegelsDenken um die Jahrhundertwende wahrzunehmen; die üblicheAuffassung von seinem Verhältnis zum systematischen Denkenist eher daher zu verstehen, daß man ihn zu wenig, als daßman ihn zu genau beim Wort genommen hat. Die Tatsache,daß ein Autor sich in Aphorismen ausspricht, wird niemandletzthin als einen Beweis gegen seine systematische Intentiongelten lassen. Nietzsche z. B. hat aphoristisch geschrieben.

T7 ) sc. „in den romantischen Formeln gemeinten"

") Elkuß 31.

79 ) sc. „bei dem sachlichen Problemgrund".

s°) Elkuß 74. 8 <) Elkuß 75. 8 ») Elkuß 33.