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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
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Abhandlungen des Athenäums aufs engste in den außerlogischen,

ästhetischen Bestimmungen gebunden und nur schwer von ihnenloszulösen und gesondert darzustellen. Schlegel kann, wenig-stens in dieser Zeit, keinen Gedanken fassen, ohne das Ganzeseines Denkens und seiner Ideen in schwerfällige Bewegungzu versetzen. Diese Kompression und Gebundenheit der er-kenntnistheoretischen Ansichten im ganzen von Schlegels Ge-dankenmasse und ihre Paradoxie und Kühnheit mögen sichgegenseitig gesteigert haben. Pur das Verständnis des Kritik-begriffs ist die Explikation und Isolierung, die reine Darstel-lung jener Erkenntnistheorie unerläßlich. Ihr ist der ersteTeil dieser Arbeit gewidmet. So schwierig sie auch sein mag,fehlt es dennoch nicht an Instanzen, an denen das gewonneneKesultat sich bestätigen muß. Will man von dem immanentenKriterium absehen, daß die Ausführungen zur Theorie derKunst und ihrer Kritik ohne jene erkenntnistheoretischen Vor-aussetzungen den Anschein ihrer Dunkelheit und Willkürschlechterdings nicht verlieren, so bleiben als zweites die Frag-mente des Novalis, auf dessen erkenntnistheoretischen Grund-begriff der Reflexion die Schlegelsche Erkenntnistheorie gemäßder allgemeinen höchst ausgesprochenen Ideenverwandtschaftbeider Denker zwangslos sich muß beziehen lassen, wiedenn in der Tat die genauere Betrachtung lehrt, daß sie sich•mit ihm deckt. Glücklicherweise aber- ist die Erforschungvon Schlegels Erkenntnistheorie nicht allein und in ersterLinie auf seine Fragmente angewiesen; sie verfügt über einebreitere Grundlage. Dies sind die nach ihrem Herausgeberso genannten Windischmannschen Vorlesungen Friedrich Schle-gels. Diese Vorlesungen, gehalten zu Paris und Köln in denJahren 1804 bis 1806, nehmen, zwar völlig beherrscht vonden Ideen der katholischen Restaurationsphilosophie, diejenigen.Gedankenmotive auf, welche ihr Verfasser aus dem Verfallder Schule in seine spätere Lebensarbeit hinüberrettete. DieHauptmasse der Gedanken in diesen Vorlesungen ist bei Schlegelneu, wenn auch nichts weniger als originell. Ueberwundenscheinen ihm seine ehemaligen Aussprüche über Humanität,Ethik und Kunst. Aber die erkenntnistheoretische Einstellungder vergangenen Jahre tritt hier zum ersten Male deutlich,wenn auch modifiziert, in Erscheinung. Bis in die zweiteHälfte der neunziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts istder Reflexiönsbegriff, der auch Schlegels erkenntnistheoretischeGrundkonzeption ist, in seinen Schriften zurückzuverfolgen, aberin der Fülle seiner Bestimmungen erscheint er zum ersten