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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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/ort der Schule darüber. Er hat diesen Gegenstand als pro-blematischen und philosophischen zu seinein eigensten gemachtwenn auch gewiß nicht zu seinem einzigen. Für A. W.Schlegel war Kunstkritik kein philosophisches Problem. NebenFriedrich Schlegels Schriften .kommen als Quellenschriften im^ngeren Sinne für diese Darstellung allein diejenigen des NovalisBetracht, während die früheren Schriften Fichtes nicht fürien romantischen Begriff der Kunstkritik selbst, sondern nur(für sein. Verständnis unentbehrliche Quellen darstellen. Dieleranziehung der Schriften des Novalis zu denen Schlegels 5 )rechtfertigt sich durch die völlige Einhelligkeit beider hin-sichtlich der Prämissen und der Folgerungen aus der Theorieder Kunstkritik. Das Problem selbst hat Novalis wenigerinteressiert, aber' die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen,»uf Grund deren Schlegel es behandelte, teilte er mit ihm,und mit ihm vertrat er die Konsequenzen dieser Theorie fürIdie Kunst. In Form einer eigentümlichen Erkenntnismystiklund einer bedeutenden Theorie der Prosa hat er beide manchmal■schärfer und aufschlußreicher formuliert als sein Freund.■Zwanzigjährig, im Jahre 1792, haben die beiden gleichaltrigenI Freunde einander kennen gelernt und seit dem Jahre 1797lim regsten brieflichen Verkehr gestanden, in dem sie sich[auch ihre Arbeiten mitteilten 6 ). Diese enge Gemeinschaft macht[die Untersuchung der wechselseitigen Einflüsse großenteils un-möglich; für die vorliegende Fragestellung ist sie vollendsI entbehrlich.

Höchst schätzbar ist die Zeugenschaft des Novalis auchdarum, weil die Darstellung Friedrich Schlegel gegenüber sichin einer schwierigen Lage befindet. Seine Theorie der Kunst,geschweige ihrer Kritik, ist auf das entschiedenste auf er-kenntnistheoretischen Voraussetzungen fundiert, ohne 'derenKenntnis sie unverständlich bleibt Dem- steht gegenüber, daßFriedrich Schlegel vor und tum 1800, als er seine Arbeitenim „Athenäum", welche die Hauptquelle dieser Abhandlungbilden, veröffentlichte, kein philosophisches System niedergelegthat, in dem allein man eine bündige erkenntnistheoretischeAuseinandersetzung erwarten könnte. Vielmehr sind die er-kenntnistheoretischen Voraussetzungen in den Fragmenten und

•'') Unter dem bloßen Geschlechtsnamen ist im folgenden stetsFriedrich Schlegel verstanden.

e ) „Deine Hefte spuken gewaltig in meinein Innern." (Brief-wechsel 37.)