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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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gibt, hat es nur mit der objektiven Struktur der Kunst — alsIdee, und ihrer Gebilde — als Werke, zu tun. Uebrigens denkter, wenn er von Kunst spricht, vor allem an die Poesie, andereKünste haben ihn in der hier in Frage kommenden Zeit fastnur mit Bücksicht auf diese beschäftigt. Ihre Grundgesetz-lichkeit galt ihm höchstwahrscheinlich für diejenige aller Kunst,sofern ihn- das Problem überhaupt beschäftigt hat. In diesemSinn wird im folgenden unter dem Ausdruck „Kunst" stets diePoesie, und zwar in ihrer zentralen Stellung unter den Künsten,unter dem Ausdruck „Kunstwerk" die einzelne Dichtung ver-standen werden. Es würde ein falsches Bild geben, wollte dieseArbeit in ihrem Rahmen dieser Aequivokation abhelfen, dennsie bezeichnet einen grundsätzlichen Mangel in der romanti-schen Theorie der Poesie, bzw. der Kunst überhaupt. BeideBegriffe sind nur undeutlich voneinander unterschieden, ge-schweige denn aneinander orientiert, so daß keine Erkenntnisvon der Eigenart und den Grenzen des poetischen Ausdrucksgegenüber demjenigen anderer Künste sich bilden konnte.

Die Kunsturteile der Romantiker als literargeschichtlicheFakten interessieren in diesem Zusammenhang nicht. Denndie romantische Theorie der Kunstkritik soll nicht der Praxis,etwa dem Verfahren A? W. Schlegels, entnommen, sondern nachden romantischen Theoretikern der Kunst systematisch dar-gestellt werden. A. W. Schlegels kritische Tätigkeit hat inihrer Methode wenig Beziehungen zu dem Begriff der Kritik,den sein Bruder gefaßt hatte, und mit dem er eben in dieMethode, nicht wie A. W. Schlegel in die Maßstäbe, ihrenSchwerpunkt verlegte. Aber Friedrich Schlegel selbst hat seinemIdeal der Kritik nur in jener Rezension des „Wilhelm Meister"völlig entsprochen, die ebensosehr Theorie der Kritik wie Kritikdes Goetheschen Romans ist.

II. Die Quellen.

Als die romantische Theorie der Kunstkritik wirdim' folgenden diejenige Friedrich Schlegels dargestellt.Das Recht, diese Theorie als die romantische zu be-zeichnen, beruht auf ihrem repräsentativen Charakter. Nichtdaß alle Frühromantiker sich mit ihr einverstanden erklärtoder auch nur von ihr Notiz genommen hätten: FriedrichSchlegel ist auch seinen Freunden oft unverständlich geblieben.Aber seine Anschauung vom Wesen der Kunstkritik ist das