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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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Den Terminus „Kritik" gebrauchen die Romantiker inInannigfachen Bedeutungen. Im folgenden handelt es sich|um die Kritik als Kunstkritik, nicht als erkenntnistheoretischeMethode und philosophischen Standpunkt. Zu dieser letzten3edeutung ist damals, wie noch gezeigt werden soll, das Worthm Anschluß an Kant erhoben worden, als esotherischer Ter-pninus für den unvergleichlichen und vollendeten philosophi-schen Standpunkt; im allgemeinen Sprachgebrauch hat es sichlaber allein im Sinn der gegründeten Beurteilung durchgesetzt.|Vielleicht nicht ohne den Einfluß der Romantik, denn die Be-gründung der Kritik der Kunstwerke, nicht eines philosophi-schen Kritizismus, ist eine ihrer bleibenden Leistungen gewesen.jWie der Begriff der Kritik im genaueren nicht weiter erörtertIwird, als sein Zusammenhang mit der Kunsttheorie es mit sichI führt, so soll ihrerseits die romantische Kunsttheorie nur ver-ll'olgt werden, soweit sie für die Darstellung jenes Kritik-Ibegriffs 1 ) wichtig ist. Das bedeutet eine sehr wesentliche Ein-I schränkung des Stoffkreises: die Theorien vom künstlerischenI Bewußtsein und vom künstlerischen Schaffen, die kunstpsycho-logischen Fragestellungen fallen fort und es bleiben von derKunsttheorie allein die Begriffe der Idee der Kunst und desKunstwerks im Gesichtskreis der Betrachtung. Die objektiveBegründung des Begriffs der Kunstkritik, die Friedrich Schlegel

](A222) „Mit der Religion, lieber Freund, ist es uns keineswegsScherz, sondern der bitterste Ernst, daß es an der Zeit ist,eine zu stiften. Das ist der Zweck aller Zwecke und der Mittel-punkt. Ja, ich sehe die größte Geburt der neuen Zeit schon ansLicht treten; bescheiden wie das alte Christentum, dem mansnicht ansah, daß es bald das römische Reich verschlingen würde,wie auch jene große Katastrophe in ihren weiteren Kreisen diefranzösische Revolution verschlucken wird, deren solidester "Wertvielleicht nur darin besteht, sie incitiert zu haben." (Briefe 421,s. a, Schlegels „Ideen" 50, 56, 92, Novalis' Briefwechsel 82 ff., so-wie, viele andere Stellen bei beiden.) — „Abgelehnt wird derGedanke eines sich in der Unendlichkeit realisierenden Idealsder vollkommenen Menschheit, es wird vielmehr das „Reich Gottes"jetzt in der Zeit, auf Erden gefordert . . . Vollkommenheit injedem Punkte des Daseins, realisiertes Ideal auf jeder Stufe desLebens, aus dieser kategorischen Forderung erwächst Schlegelsneue Religion." (Pingoud 52 f.)

4 ) Gemäß dem oben Ausgeführten wird im Folgenden, wo esder Zusammenhang nicht unmittelbar anders ergibt, auch unterdem bloßen Terminus „Kritik" die Kritik von Kunstwerken ver-standen.