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Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik
Entstehung
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durchaus auf erkenntnistheoretischen Voraussetzungen aufge-baut, womit selbstverständlich nicht gemeint sein kann, dieRomantiker hätten den Begriff bewußt aus ihnen gewonnen.Der Bogriff als solcher ,aber besteht, wie letzten Endes jederBegriff, der mit Grund so bezeichnet wird, auf erkenntnistheo-retischen Voraussetzungen. Sie werden daher im folgendenzuerst darzustellen und niemals aus den Augen zu verlierensein. Zugleich ricntet sicä die Arbeit auf sie als auf syste-matisch faßbare Momente im romantischen Denken, welche siein höherem Maß und höherer Bedeutung aufweisen möchte,als man sie in ihm gemeinhin vermutet.

Es ist kaum nötig, das folgende als eine problemgeschicht-liche und als solche gewiß systematisch orientierte Unter-suchung gegen eine rein systematische über den Begriff derKunstkritik schlechthin abzugrenzen. Nötiger dagegen mögenzwei andere Grenzbestimmungen sein: der philosophiegeschicht-lichen und der geschichtsphilosophischen Fragestellung gegen-über. Nur im uneigentlichsten Sinne dürfte man problem-geschichtliche Untersuchungen philosophiegeschichtliche im en-geren Sinn nennen, mögen auch in gewissen Einzelfällen dieGrenzen sich notwendig verwischen. Denn es ist zum min-desten eine metaphysische Hypothese, daß das Ganze der eigent-lichen Philosophiegeschichte zugleich und ipso facto die Ent-wicklung eines einzigen Problems sei. Daß die problem-geschichtliche mit der philosophiegeschichtlichen Darstellunggegenständlich mannigfach verflochten ist, ist selbstverständ-lich; vorauszusetzen, daß sie es auch methodisch sei, bedeuteteine Grenzverschiebung. — Da diese Arbeit von der Eomantikhandelt, ist eine weitere Abgrenzung unentbehrlich. Es wirdin ihr nicht der oft mit unzureichenden Mitteln unternommeneVersuch gemacht, das historische Wesen der Romantik darzu-stellen; mit anderen Worten: die geschichtsphilosophischeFrage-stellung bleibt aus dem Spiel. Trotzdem werden die folgendenAufstellungen, besonders hinsichtlich der eigentümlichen Syste-matik von Friedrich Schlegels Denken und der frühromantischenIdee der Kunst, auch für eine Wesensbestimmung Materialien— nicht aber den Gesichtspunkt 3 ) — beibringen.

3 ) Dieser Gesichtspunkt dürfte in dem romantischen Messianis-mus zu suchen sein. „Der revolutionäre Wunsch, das Reich Gotteszu realisieren, ist der elastische Punkt der progressiven Bildungund der Anfang der modernen Geschichte. Was in gar keinerBeziehung aufs Reich Gottes steht, ist in ihr nur Nebensache."