186wenn es wahr ist, daß daraus nach und nach einüberwiegender Hang, eine herrschende Neigung zuirgend einem Fache der Kunst und Wissenschaft,wo jene Kraft den weitsten Spielraum findet,und in ihrer Aeusserung am wenigsten beschränktwird, entstehen muß — was ist dann einleuch-tender, als daß der Lehrer bei geübter Aufmerk-samkeit jene hervorstechende Kraft und diese über-wiegende Neigung der Kinder am leichtsten wahr-nehmen könne? Hat wohl irgend jemand mehrGelegenheit, sie von so manchen Seiten und inso mannichfältigen Verhältnissen zu beobachten?mehr Gelegenheit, einzelne Kinder mit vielen an-dern zu vergleichen, um die besondern Talentederselben desto sichtbarer und auffallender zu ma-chen? Der verschiedene Grad ihrer Aufmerksam-keit und Fröhlichkeit beim Vortrage der einen oderder andern Wissenschaft — ihr verschiedenes Be-tragen gegen verschiedene Kinder — das Maaß ih-res natürlichen Ernstes oder ihrer natürlichenMunterkeit — ihre Trägheit oder Arbeitsamkeit,ihre Sorgfalt oder Sorglosigkeit in diesem und sonem Geschäft — kann nicht dies alles und nochweit mehr ihn die Tauglichkeit eines Kindes zu ei-nem gewissen Stande wenigstens mit der höchstenWahrscheinlichkeit bestimmen lehren?Ge-
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1 (1790)
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186
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