nothwendig dadurch den Kindern, die diese Un-vollkommenheiten nun doch einmal nicht verleug-nen können, zur Heuchelei und zur VerstellungAnlaß geben?Ich behaupte nicht, daß solche Fehler, solcheUnvollkommenheiten gerechtfertigt, oder wohlgar gelobt zu werden verdienen. Wie könnteich sie sonst Fehler und Unvollkommenheitennennen? Aber das behaupte ich mit so vielenandern Kinderfreunden, daß sie mit Schonung,mit Nachsicht behandelt werden müssen, und daßsie nur dann, wenn sie aus Ungehorsam, oderaus Bosheit und Fühllosigkeit des Herzens, oderaus einem hohen Grade von Leichtsinn herrühren,Verweise und absichtliches, directes Entgegenar-beiten von Seiten des Lehrers erfordern. Uebri-gens aber sollte man es doch nie vergessen, daßKinder — Kinder sind, und daß es unnatürlichſey, jenes ſtrenge, anhaltende Nachdenken, jenesernsthafte, gesetzte Wesen, welches man oft nichteinmal bei Erwachsenen findet, von Kindern er-warten zu wollen. Vergebens sucht man schonwirkliche Tugenden bei ihnen; und wer sie beiihnen zu finden glaubt, der urtheilt von der zar-ten Pflanze, daß sie schon Baum sey. Alle ihreschein-M
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1 (1790)
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