171ich die zuverläßige Nachricht erhielt, daß Sie an-gefangen haben, die Kinder in Ihrer Schule zu-weilen in Zwischenaugenblicken zur AbwechselungRäthsel auflösen zu lassen. Schön! Schön!Es scheint, Sie haben mein voriges Schreibensehr gut verstanden, weil Sie einen Gedanken ha-ben, der zwar daraus folgte, aber denn doch vonIhnen selbst hervorgezogen worden ist. GuteRäthsel — es versteht sich, daß sie auch von Kin-dern müssen aufgelöst werden können — sind an-genehm, und schärfen zugleich unbemerkt ihreDenkkraft. Sie ſcheinen Erholung zu ſeyn, undsind doch auch zugleich eine fortgesetzte Uebung.Sie können sogar, wenn die Kinder in irgend ei-ner Klasse fleißig und ordentlich gewesen sind, alsBelohnung angegeben werden. Nur thut esmir leid, daß man Sie deswegen getadelt hat,weil man den Nutzen dieses Verfahrens nicht ein-ſieht. Die Eltern Ihrer Lehrlinge erwerben ſichdadurch eben kein günstiges Vorurtheil für ihrenVerstand. Lassen Sie sich indessen nicht abschre-ckenSie werden nach und nach zu besserer Ein-sicht kommen. Um Ihnen aber auch hier einenguten Rath zu geben, möcht' ich Ihnen den Vor-schlag thun, die Räthsel mit Charaden abwech-ſeln zu laſſen. Solche Charaden ſind eine Artvon
Druckschrift
1 (1790)
Seite
171
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten