148Denn das machen Sie mich nicht glauben, daßIhre Geschäfte unaufhörlich so zahlreich unddringend ſind, daß Ihnen auch nicht die gering-ste Zeit zur Sorge, für die Bildung des Geistesund Herzens Ihrer Kinder übrig bliebe. WennSie auch nur eine einzige Stunde täglich denunnöthigen oder rauschenden Vergnügungen desgesellschaftlichen Lebens entziehen, um die stillernund edlern Freuden des häuslichen Lebens zu ge-niessen, und dann übrigens in Gesellschaft IhrerGattin die vielen Augenblicke benutzen, wo dieKinder unter Ihrer Aufsicht seyn müssen, wie z.B. beim Essen und Trinken; so bin ich davonüberzeugt, Sie werden sie zu einem solchen Gra-de von Tugend gewöhnen können, daß sie nachherauch ohne genauere Aufsicht nichts unternehmen;was böse oder schädlich ist. Und ist es nicht oh-nehin höchst unbillig, daß Sie einen Mann miß-brauchen wollen, der in Ihren Kindern Ihnen soIst es nichtviele Freuden zu bereiten sucht?höchst unbillig, ihm eine Last aufzubürden; dieSie aus Liebe zu Ihren Kindern selbst tragenmüsten und auch tragen könnten? Muß er nichtnothwendig, wenn er den ganzen Tag hindurch insteter Wirksamkeit seyn soll, am Ende träge undmißmüthig, oder doch wenigstens unfähiger wer-den /
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1 (1790)
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