125und drücken ihn dann mit andern verstaͤndli-chern Worten aus? Setzen Sie ihnen auch alle-mal diesen Inhalt mit andern Wahrheiten der Re-ligion und Sittenlehre in Verbindung, so, daßsie auch im Zusammenhange denken, und vielesauf einmal übersehen lernen? Ziehen Sie auchallemal solche practischen Folge heraus, die ihrerFassungskraft und ihrem Wirkungskreise gleich an-gemessen sind? —Ich muß aufhören, dergleichen Fragen aufzu-versen. Die Feder fällt mir aus den Händen.hier, hier finde ich den Grund, warum so vieleMenſchen in Sachen der Religion ſo wenig zudenken gewohnt sind. Hier, hier liegt die erste,vorzüglichste Ursache der trägen Nachbeterei unteren meisten Christen. Sie sind auf die Art dar-an gewöhnt worden, die Religion als bloße Wis-senschaft, als bloßes Gedächtnißwerk zu be-trachten. Und wie kann sie denn Sache desHerzens werden? Wie kann sie mit dem ge-meinen Leben in unzertrennliche VerbindungtetenAusserdem stellen Sie sichs nur einmal vor,verdrüßlich es für einen Knaben seyn müsse,wenn
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1 (1790)
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