107rungen von Liebe haben, ehe es weiß, was Liebeist. Und so verhält sichs in jedem andern Falle.Wird es nun also nachher der Schule übergeben;so muß der Unterricht in derselben sich an ebendiese schon vorhandenen Begriffe anschliessen, da-mit nicht nur ein Ganzes daraus werde, son-dern man auch hernach auf dieſen feſten Grundimmer weiter bauen könne. Und weil das Be-wußtseyn des Kindes anfangs noch sehr schwachwar, und es mithin auch den Weg, auf welchemzu einzelnen allgemeinen Begriffen gelangte,leicht wieder vergessen konnte; so muß der Lehreres jetzt wieder auf die Spur führen, damit esnichts unverstanden und ununtersucht herplau-dern lerne. Er muß allen seinen Vorstellungengleichsam auflauren, muß alles, was ihm faßlichist, hervorziehen, und alsdann in eine solcheVerbindung stellen, daß der unbekannte Begriff,die unbekannte Wahrheit, die ihm beigebrachtwerden ſoll, ihm ebenfalls einleuchtend und faß-werden könne.Dies iſt die Grundregel des ganzen Jugendun-terrichts, und nicht des Jugendunterrichts allein,sondern überhaupt aller Unterweisungen, die auchden Erwachsenen in solidern Künsten undenschaften ertheilt werden.Sind
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1 (1790)
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107
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