85eine unvermuthete, aber natürlich veranlaßte Ab-schweifung auf ihre Sitten, ihre Spiele, ihreVorurtheile ꝛc. eine kleine, erläuternde, in denUnterricht eingestreute Erzählung und derglei-chen — das allein ists, was ihre Aufmerksamkeitfeſſeln kann. Und offenbar iſt dieſe Beredſamkeitauch ohne tiefes Studium möglich.Dienlich wär' es dabei allerdings auch, wennSie in Ihren Nebenſtunden ſich fleißig mit derLektüre gut geschriebener Bücher beschäftigten.Aber nur ja nicht flüchtig dabei verfahren! Sonſthilfts nicht. Sie müſten dabei aufmerkſam ſeynauf dringende Vorstellungen, bewegliche Bitten,auffallende Wendungen, rührende Situationen,dichteriſche Schilderungen, hinreiſſende Tiraden,und wenn Sie dann dabei Ihre Empfindung nichtmüßig ließen; so würde dieses sicherlich auf dieLebhaftigkeit Ihres Schulvortrags einen ungemei-nen Einfluß haben. Jeder darf ja nur sich selbstbeobachten, nachdem er eine schöne Schrift gelesenhat. Alle Vorstellungen und Empfindungen be-kom-S. 3.*) S. Einige Gedanken über den mündlichen Vor-trag des Schulmanns, von Fr. Gedike. Berlin.1786. 8.A. d. H.
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1 (1790)
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85
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