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45Sie werden sich freilich wundern, meinherr! daß ich mich so laut zum Vertheidiger desSchullehrerstandes aufwerfe. Es ist dies ganzIhren Grundſätzen wollte Gott, daß ich ſagendürfte: Ihren bisherigen, nunmehr wankendgewordenen Grundsätzen! zuwider. Vielleichthalten Sie mich deswegen wohl gar selbst für ei-nen Mitgenossen dieses Standes. Aber darin ir-ren Sie. Nur Liebe zur Wahrheit und Liebe zu al-lem Guten und Nützlichen hat mich bewogen, die-sen Brief an Sie ergehen zu lassen. Ich weiß esaber auch, mit wie vielen Schwierigkeiten dasAmt eines Schullehrers verbunden ist. Ich weißes, welch eine anhaltende Aufmerksamkeit, welchein unverdroſſener Fleiß, welch eine unabläßigeGeduld, welch eine stete Wärme, Heiterkeit undGegenwart des Geistes dazu erfordert wird. Ichweiß es, wie viele Freuden er dabei aufopfern,wie sehr er seine Kräfte dabei anstrengen, wieschnell sein Auge hin und her rollen muß, damit erden regen, bewegsamen Geist seiner Zöglinge be-obachten könne. Ich weiß es, wie leicht er invielen Fällen entweder ins eine oder ins andereExtrem verfallen kann, und wie piel Kunst, wieviel Geschicklichkeit er deshalb nöthig hat, um al-lemal die sichere Mittelstraße zu halten. Undauch